Landkreis/Harpstedt - Der Kreisjugendring des Landkreises Oldenburg steckt in einer tiefen Krise. Das ist bei der jüngsten Mitgliederversammlung in Harpstedt sehr deutlich geworden. Selbst der Fortbestand der Organisation stand zwischenzeitlich zur Diskussion – es geht aber weiter.
So besteht der Vorstand für die nächsten zwei Jahre weiterhin aus der Vorsitzenden Susanne Hollinden, dem 1. stellvertretenden Vorsitzenden Hans-Joachim Schillberg, dem 2. stellvertretenden Vorsitzenden Wilfried Hollinden (auch Kassenführer) und dem Schriftführer Hans-Ulrich Otto. Als Beisitzer sind erstmals Jana Pölking, Jugendfeuerwehr Harpstedt, und Nicky Stötzer, Schützenverein Sandkrug dabei. Susanne Hollinden hat zudem die Aufgabe der Beisitzerin Kreiskinderkulturfest inne, das es auch in diesem Jahr geben wird. Wilfried Hollinden ist auch Beisitzer Kreisjugendzeltplatz.
„Es gibt immer weniger Jugendliche, die ehrenamtlich tätig werden“, erzählte Vorsitzende Susanne Hollinden im Gespräch. Heutzutage habe man einen engeren Zeitplan und da ließen sich Ehrenämter immer schwerer unterbringen. Zudem bedauerte Hollinden, dass an den Vollversammlungen immer weniger Aktive aus den Vereinen teilnehmen würden.
„Es gibt keine einheitlichen Jugendbewegungen mehr“, meint Hajo Schillberg, der im Kreisjugendring für die inhaltliche Arbeit zuständig ist. „In den 70ern sind Jugendliche noch gemeinsam auf die Straße gegangen, hatten gemeinsame Interessen. Heute ist alles viel unverbindlicher und schnelllebiger. Die Jugendlichen sind viel unterschiedlicher orientiert.“ Um wieder mehr Beteiligung zu erlangen, werde sich der Kreisjugendring nun verstärkt politisch orientieren, so Schillberg. Man könne sich Themen wie Inklusion, Migration oder Kinder- und Jugendschutz widmen.
„Um wieder an mehr Ehrenamtliche zu kommen, müssen diese mehr Unterstützung erfahren“, erklärt Schillberg. Es müsse mehr Anreize geben, ein Ehrenamt aufzunehmen. Durch Vergünstigungen oder Bildungsurlaub könne dies möglich gemacht werden.
