Butjadingen - Tourismus-Service Butjadingen (TSB) wird mit Verdi über einen Haustarif verhandeln – „ergebnisoffen“, betont Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Sprickerhof. Den Beschluss „einen Schritt weiter zu gehen“, hätten die Aufsichtsräte der TSB sowie der Butjadingen Kur und Touristik GmbH (BKT) am Mittwochabend bei ihrer gemeinsamen Krisensitzung mit „sehr großer Mehrheit“ gefasst, so Jürgen Sprickerhof weiter.

Und noch ein Ergebnis des Abends dürfte dazu beitragen, dass sich im eskalierten Tarifstreit nun die Wogen glätten: Gewerkschaftssekretär Frank Buscher darf die Räumlichkeiten der Kurgesellschaft künftig wieder betreten.

Von dem Beschluss, ergebnisoffen mit Verdi zu verhandeln, seien nicht alle Mitglieder der beiden Aufsichtsräte begeistert, räumt Jürgen Sprickerhof ein. Einige hätten es lieber gesehen, wenn es statt Verhandlungen lediglich weitere Gespräche gegeben hätte. Daher sei der Beschluss auch nur „fast einstimmig“ gefasst worden. Gleichwohl will der inzwischen genesene TSB-Geschäftsführer Robert Kowitz nun Frank Buscher darüber informieren, dass verhandelt werden kann. Jürgen Sprickerhof hat das auch bereits der Verdi-Bezirkschefin Heike Klattenhoff mitgeteilt.

Für die nun anstehenden Verhandlungen seien für ihn die Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Leistungsfähigkeit des Betriebes „die Richtschnur“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende. Sprickerhof: „Das müssen wir in Einklang bringen.“

Für die Sitzung am Mittwochabend hatten sich die Aufsichtsräte zur Unterstützung einen Fachanwalt eingeladen. Der half ihnen auch bezüglich des Hausverbots, das Robert Kowitz in einer E-Mail an die TSB-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter gegenüber Verdi-Sekretär Frank Buscher ausgesprochen hatte, auf die Sprünge.

Das Hausverbot habe nie Bestand gehabt, weil es nicht formgerecht erteilt worden sei, fasste Robert Kowitz am Donnerstag bei einem Pressegespräch zusammen. Er habe Frank Buscher bereits davon in Kenntnis gesetzt, dass dieser die TSB-Räume wieder betreten dürfe – und auch davon, dass gewerkschaftliche Darstellungen „im rechtlichen Rahmen“ in den Diensträumen „möglich“ seien. Auch die hatte Robert Kowitz in seiner Mail verboten.

Dass besagte E-Mail so viel Staub aufgewirbelt hat (die NWZ  berichtete), bedauere er, sagt der Geschäftsführer. Kowitz: „Das wäre alles nicht passiert, wenn ich nicht krankheitsbedingt ausgefallen, sondern im Betrieb gewesen wäre.“ Wegen der Erkrankung hatte ein für den 10. Februar angesetztes Gespräch mit Verdi abgesagt werden müssen. Dazu Kowitz: „Wir waren bis dis dahin auf einem guten Weg, und ich hoffe, dass wir da auch wieder hinkommen.“

Und wie ist aktuell die Stimmung in der TSB? Der eskalierte Streit mit Verdi habe zu einer „schwierigen Situation“ geführt, räumt Robert Kowitz ein. Inzwischen habe sich die Aufregung aber wieder gelegt. Allgemein, so der Geschäftsführer, sei das Betriebsklima in der TSB nach seiner Wahrnehmung „in den vergangenen Jahren immer besser“ geworden.