Hannover - Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, sieht die heimische Wirtschaft auf dem Zukunftsfeld der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) zurückfallen. Europäische Firmen kämen nicht einmal auf ein Zehntel der globalen IKT-Umsätze, sagte Grillo am Sonntag zur Eröffnung der Hannover Messe.

„Deutschland verliert den Anschluss an die Weltelite“, warnte er. Die Stärke der Industrie und des Maschinenbaus hierzulande gerate absehbar in Gefahr, sollte die Wende ausbleiben.

Der BDI-Präsident hält den Dreiklang aus Vernetzung, Digitalisierung und verstärkter Kooperation für zwingend nötig, um „Made in Germany“ als Siegel für wegweisende Industriestärke zu erhalten. „Wir müssen beim Netzwerken und Kooperieren noch besser werden“, sagte er und verwies beispielhaft auf den Landmaschinenbauer Claas und die Telekom. Die Partner bündeln ihre Stärken für vernetzte Erntemaschinen.

Der Präsident an der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften, Henning Kagermann, gab zu bedenken, dass viele Grundvoraussetzungen für eine gute Industriezukunft noch fehlten. „Wir brauchen eine neue digitale Infrastruktur“, sagte der Ex-SAP-Chef. Dabei gehe es nicht nur um flächendeckende Breitbandnetze, sondern auch um Sensorik, etwa für Autos.

Die Messe wurde am Abend von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte eröffnet. Deutschland stehe an einer industriellen Wegmarke. Die Frage sei, ob es gelinge, durch zeitgerechte Vereinigung mit den Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechnologie Weltmarktführer in klassischen Bereichen zu bleiben. Man dürfe nicht den Anschluss verlieren.