Berlin - Nach der langen Sitzung am Mittwoch kommt der Innenausschuss des Bundestages am Freitag erneut wegen der Affäre Edathy zusammen. Die Sondersitzung sei für den Nachmittag nach Ende der Plenardebatte angesetzt, sagte der Ausschussvorsitzende Wolfgang Bosbach (CDU) am Donnerstag. Eingeladen seien noch einmal der frühere Innenstaatssekretär Klaus-Dieter Fritsche und der Präsident des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke.

Zusätzlich eingeladen seien nun der Leiter der zuständigen Staatsanwaltschaft Hannover, Jörg Fröhlich, und die niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne).

Beantragt haben die Sondersitzung die Grünen. Sie hatten auch den zurückgetretenen Agrarminister Hans-Peter Friedrich (CSU) im Ausschuss sehen wollen. Dieser lehnte laut Bosbach jedoch ab. Friedrich hatte im Oktober 2013 als Innenminister SPD-Chef Sigmar Gabriel darüber unterrichtet, dass der Name des SPD-Politikers Sebastian Edathy bei Ermittlungen in Kanada aufgetaucht war.

Die Grünen kritisierten Friedrichs Entscheidung gegen einen Besuch im Innenausschuss. „Es ist schon höchst merkwürdig, dass sich Hans-Peter Friedrich, nachdem er in den letzten Tagen kein Mikrofon und keine Kamera ausgelassen hat, nun weigert, seinen Teil zur weiteren Aufklärung im Bundestag beizutragen“, sagte der Grünen-Innenpolitiker Konstantin von Notz.