Bad Zwischenahn - In der Alten Pastorei an der Langen Straße wird es eng. Überall werden Tische und Stühle etwas mehr zusammengerückt, um auch für alle Platz zu schaffen. Wenn jemand durch den Raum gehen möchte, geht das große Stühlerücken los. An den Tischen sitzen Flüchtlinge, ehrenamtliche Helfer und interessierte Bürger, die sich eifrig bei Tee und Kaffee unterhalten. Beim Begegnungscafé geht es schließlich darum, unkompliziert ins Gespräch zu kommen.

„Für die Leute ist es eine gute Möglichkeit sich einzubringen, wenn sie helfen wollen“, erklärt Christa Rust. Die 62-jährige Integrationslotsin ist zusammen mit Sabine Fischer, Ulla Hullmann und Marita Niemeyer Ansprechpartnerin für das Café. „Außerdem können die Flüchtlinge hier deutsch sprechen.“ Die Sprache lerne man schließlich erst richtig, wenn man sie im Alltag, außerhalb der Deutschkurse, einsetzen kann.

„Das Café ist auch einfach ein außerplanmäßiger Treffpunkt, wo man auch einmal nicht über Behörden- oder Asylthemen spricht“, erzählt Malte Hahn. Er koordiniert die ehrenamtlichen Helfer und lädt Interessierte auch gerne zuerst ins Begegnungscafé ein, um die wichtigsten Dinge abzusprechen.

Hildegard Augustinski ist mit ihrer Schwiegertochter Inge gekommen. Inge Augustinski gibt bereits seit einigen Wochen Deutschunterricht für Flüchtlinge. Ihre Schwiegermutter hatte schon ein eigenes Hilfswerk für Tschernobyl-Kinder, musste dieses aber aufgeben und sucht nun nach einer neuen Aufgabe. „Ich könnte Sprachunterricht geben oder mit zu Behörden und Ärzten gehen“, erklärt sie.

Die Flüchtlinge, die ins Café kommen, sind laut Rust überwiegend Syrer. Aber auch andere Nationalitäten seien vertreten. „Die müssen dann auch untereinander deutsch sprechen, um sich zu verständigen“, sagt Rust.

Unter den Flüchtlingen ist auch Mohammed Alsbih Al Mohamed. Der 25-Jährige ist schon seit einem Jahr in Deutschland, spricht mittlerweile ganz passabel deutsch und versucht, den Neuankömmlingen auch etwas beizubringen. „Ich wollte helfen – und hier helfen wir uns alle gegenseitig“, erklärt er.

Mohammed kommt aus Syrien. Einen Monat dauerte die Flucht. Seine Familie ist noch in Jordanien – nur sein Bruder hat es mit seiner Familie schon bis nach Deutschland geschafft und lebt nun in Saarbrücken. „Da gibt es auch so ein Begegnungscafé“, sagt Mohammed.