Hude - Die Situation rund um die Versorgung und Integration von Flüchtlingen in Hude entspannt sich weiter. „Am Freitag ist die letzte Familie aus Albanien abgereist“, berichtet Gundula Brunken, Flüchtlingsbeauftragte der Gemeinde. Sämtliche Flüchtlinge aus den Balkanstaaten seien nicht anerkannt worden und freiwillig ausgereist.

„Die Integration fängt jetzt an“, sagt Brunken im Hinblick auf die Syrer in Hude, die allesamt ein Bleiberecht für ein bis drei Jahre erhalten hätten. Die Anerkennungsverfahren der Flüchtlinge aus Afghanistan seien noch nicht beendet.

298 Asylbewerber wohnen derzeit in Hude. 201 fallen unter das Asylbewerberleistungsgesetz, 97 unter das Sozialgesetzbuch II, was bedeutet, dass letztere Hartz 4 beziehen und für sie der Bund verantwortlich ist.

„Die Flüchtlinge sind bei uns zufrieden und auch die Rückmeldungen aus der Bevölkerung sind überwiegend positiv“, freut sich Brunken. Das Zusammenleben klappe wunderbar, die Menschen hätten sich eingelebt. „Auch unsere Ehrenamtlichen leisten gute Arbeit.“

Bedarf gebe es weiterhin an Wohnraum. 49 Menschen wohnen in der Unterkunft am Fuchsberg, 47 in der Jugendherberge. Teilweise seit einem halben Jahr. „Viele würden gern eine Wohnung haben und fragen oft, wie lange es noch dauert. Der Markt ist aber größtenteils erschöpft.“

Hin und wieder würden noch Wohnungen angeboten werden, jedoch passten Größe und Preis nicht immer, da vor allem Familien eine Bleibe suchen. Für alle, der fast hundert Menschen, müssten aber wohl keine Wohnungen gefunden werden.

„Ich glaube nicht, dass mehr als die Hälfte in der Gemeinde bleibt; einige ziehen weg, sobald sie unter das Sozialgesetzbuch II fallen und Leistungen nach Hartz IV beziehen – dann suchen sie sich selbst eine Wohnung.“

„Die Willkommensphase ist abgeschlossen, jetzt geht es um Integration“, sagt Wulf Wolke vom Netzwerk Asyl aus Hude, dass sich vor anderthalb Jahren gründete. Das Team „Willkommen“, dessen Aufgabe es war, Flüchtlinge in das Leben in der Gemeinde einzuführen, existiere nicht mehr. „Es hat sich bewährt und den Erstkontakt mit Bürgern hergestellt. Viele haben eine langfristige Betreuung übernommen.“ In Hude gebe es kaum eine Familie, die nicht langfristig vom Netzwerk Asyl betreut werde. Dazu werde allerdings noch Unterstützung gesucht, genauso wie für die Handwerker des Netzwerks, die den Flüchtlingen in ihren Wohnungen Hilfe zur Selbsthilfe leisten.

„Die Flüchtlinge sind arbeitswillig und brauchen unsere Unterstützung bei der Stellensuche und in der Berufsbegleitung“, sagt Wolke. Viele seien bisher in Praktika vermittelt und oft auch anschließend in örtlichen Betrieben angestellt worden. Vor allem in der Gastronomie. Oft hapere es noch an den Sprachkenntnissen, jedoch gebe es große Fortschritte. „Mit unseren Eritreern rede ich nur noch Deutsch.“ Die hätten nun auch Anträge zur Familienzusammenführung gestellt. Das Team Sprachförderung leiste nach wie vor großartige Arbeit in der Gruppen- und Einzelförderung. „Ich bin sehr stolz auf die Arbeit, die die Leute leisten – es läuft sehr viel in unserer Gemeinde.“