Es waren ein paar halbstarke Schüler ausländischer Herkunft, die ihre Lehrer und Mitschüler terrorisiert hatten, die den Anstoß gaben. Die Vorfälle an der Rütli-Schule in Berlin haben erneut Politiker und Verantwortliche nicht nur in der Hauptstadt wachgerüttelt. Endlich, würden diejenigen sagen, die die Verhältnisse vor Ort am besten kennen.

Seit Jahrzehnten wird über das Thema Integration geredet. Doch sind den Worten in der Regel stets nur halbherzige Taten gefolgt – wenn überhaupt.

Der Integrationsgipfel der Großen Koalition, zu dem Angela Merkel am Freitag ins Kanzleramt bittet, soll nun einen Neuanfang markieren. Die Kanzlerin will das Thema zur Chefsache machen. Jetzt sollen den vielen Worten endlich Taten folgen.

Schließlich leben in Deutschland heute immerhin 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Wenn die Kanzlerin an einen großen runden Tisch zum Thema Integration bittet und rund 70 Vertreter unterschiedlichster Interessenverbände zu Wort kommen sollen, ist dies ein wichtiges Signal. Auch wenn die knapp bemessene Konferenzzeit keine großen Reden zulässt.

Doch es darf nicht bei dieser symbolischen Veranstaltung bleiben. Scheint nach dem Ende der rot-grünen Koalition die Entideologisierung dieses so wichtigen Themas eingesetzt zu haben – wie auch das Nachdenken in der SPD beweist – , ist es nach vielen verlorenen Jahren an der Zeit, die richtigen Weichen zu stellen.

Der Nationale Integrationsplan darf nicht nur eine weitere leere Absichtserklärung bleiben. Es gilt, die Integrationsangebote weiter zu verbessern, aber auch Integration konsequenter einzufordern als bisher.

Verpflichtende Sprachkurse und Deutsch bereits vom Kindergarten an, Landeskunde und ein aktives Bekenntnis zur freiheitlich demokratischen Grundordnung – all das muss stärker eingefordert werden, um die Entwicklung von Parallelgesellschaften besonders in der Ballungsräumen zu verhindern.

Falsch verstandene Toleranz hilft hier niemandem.

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