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FRAGE:
Herr Eden, die Bundesregierung plant die Aussetzung der Wehrpflicht. Was bedeutet das für den Zivildienst?
FRANK EDEN
: In erster Linie bedeutet das für das Pflegepersonal mehr Arbeit. Betreuende haben mehr zu tun, dadurch sinkt ihre Lebensqualität.
FRAGE:
Als Leiter des Hauses Marienhude, das als Bildungsstätte für den Zivildienst fungiert, sind Sie von den Plänen direkt betroffen. Ist die Existenz des Hauses gefährdet?
EDEN
: Die Existenz des Hauses ist gefährdet. Eine Aussetzung der Wehrpflicht ist für den 1. Juli 2011 geplant. Von einer Übergangsphase ist mir nichts bekannt. Bis jetzt sieht es so aus, dass wir bis Ostern gut belegt sind. Was danach kommt, kann ich noch nicht beurteilen.
FRAGE:
Wenn die Wehrpflicht aussetzt, kommen dann zumindest noch Freiwillige in Ihr Haus?
EDEN
: Ja, davon können wir ausgehen. Ich habe bereits Fragebögen unter den Kursteilnehmern verteilt. Daraus lässt sich schließen, dass es auch Freiwillige gibt. Die Zahl ist allerdings gering. Wir haben jährlich 1100 bis 1200 Zivildienstleistende in unserem Haus. Ungefähr zehn Prozent leisten den Dienst freiwillig. Weitere zehn Prozent machen es davon anhängig, ob sie dadurch zum Beispiel einen Vorteil für ein Studium haben. Bei den Übrigen ist der Dienst unfreiwillig.
FRAGE:
Da stellt sich die Frage, ob Zivildienst sinnvoll ist.
EDEN
: Ich möchte mich mal nur auf die Erfahrungen beschränken, die junge Männer während ihres Zivildienstes machen, denn die sind für ihr weiteres Leben wichtig. Durch den Umgang mit Älteren, Behinderten oder Kindern lernt man den Umgang mit Menschen. Berührungsängste gehen verloren. Auch in Gesprächen mit den Menschen, die betreut werden, merkt man, dass sie gerne mit den Zivildienstleistenden zusammen sind. Letztlich profitieren beide Seiten davon.
FRAGE:
Wie sieht die Zukunft des Hauses Marienhude aus?
EDEN
: Ich bin optimistisch. Unser Haus zeichnet sich vor allem durch strukturelle Vorteile wie die Nähe zum Bahnhof aus. Letztlich ist der Fortbestand des Hauses aber natürlich eine finanzielle Frage.