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NWZonline.de Nachrichten Politik

Interview: „Ich habe Respekt vor diesem Schulstart“

22.08.2020
Frage: Wir haben in anderen Bundesländern erlebt, dass Schulen wegen einzelner Infektionen schon kurz nach Beginn des neuen Schuljahrs wieder schließen mussten. Befürchten Sie das für Niedersachsen auch?

Andrea Kunkel: Ich glaube, dass man das überhaupt nicht ausschließen kann. Wir müssen darauf vorbereitet sein, dass das auch hier so sein wird oder eher sein könnte.

Frage: Wie gut sehen Sie die Schulen in Niedersachsen vorbereitet?

Kunkel: Wir wissen ja, dass wir mit eingeschränktem Regelbetrieb starten. Ich glaube, das ist sehr unterschiedlich von Schule zu Schule, wie wir die Hygieneauflagen umsetzen können. Das hängt immer davon ab, habe ich eine große Schule mit vielen Räumen und mit weiten Fluren und einem großen Schulgelände? Dann kann ich das natürlich anders umsetzen als bei einem kleinen, engen Gebäude, was dann auch mit allen Klassen belegt ist. Alle Schulen bereiten sich ganz intensiv darauf vor und gehen sämtliche Möglichkeiten durch. Wo müssen wir noch an einer Stellschraube drehen? Was müssen wir noch beachten? Und ich habe durchaus Respekt vor diesem Schulstart nächste Woche.

Frage: Welche Befürchtungen haben Sie?

Kunkel: Es ist natürlich die Befürchtung, dass wir hier Corona-Fälle haben und dann eventuell einzelne Klassen oder Nachmittagsgruppen erst mal nicht die Schule besuchen können. Ansonsten denke ich, werden wir das vermutlich gut hinbekommen vor dem Hintergrund, dass wir gute Erfahrungen im Präsenzunterricht gemacht haben und wissen, dass Schülerinnen und Schüler die Hygieneregeln gut angenommen haben.

Frage: Wie viele Lehrer werden nicht in die Klassenräume zurückkehren, weil sie zur Risikogruppe gehören?

Kunkel: Die Zahlen liegen uns als Verband nicht vor. Ich weiß von einzelnen Schulen, das ist aber nicht repräsentativ, dass da Kollegen und Kolleginnen, die zu Beginn der Sommerferien noch gesagt haben „Ja, ich komme auf jeden Fall“, jetzt zum Teil wieder zurückgezogen haben, weil sich die Infektionslage verändert hat. Und ich glaube, das müssen wir mal abwarten.

Frage: Was bedeutet das für die Unterrichtsversorgung?

Kunkel: Vor dem Hintergrund der Unterrichtsversorgung, die sowieso schwierig ist in diesem Schuljahr durch die Rückkehr zu G9, müssen wir mal gucken, wie wir dann versorgt sein werden. Einmal ist es sowieso eine schwierige Unterrichtsversorgung und dann die Kollegen, die aufgrund der Risikogeschichte nicht zur Schule kommen können.

Frage: Glauben Sie, dass das die Lehrerversorgung noch ein Problem werden könnte?

Kunkel: Ich kann mir vorstellen, dass das vielleicht nicht flächendeckend ist, aber ich kenne durchaus Schulen, wo es schwierig sein könnte. Das wird noch ein Thema sein, davon bin ich überzeugt.

Frage: Ein neues Schuljahr bedeutet auch ein neuer Jahrgang. Gibt es besondere Probleme für die Erstklässler zum Schulstart?

Kunkel: Ich würde das erst mal nicht als Problem benennen. Aber wir haben ja die besondere Situation, dass in vielen Fällen die Schuluntersuchungen vor Schulbeginn nicht stattfinden konnten und auch nicht nachgeholt werden konnten. Alle Besuchsangebote und Schnuppertage in den Schulen mussten entfallen. Von daher haben wir jetzt Schülerinnen und Schüler im ersten Schuljahr, die zum allerersten Mal unsere Schulen betreten. Und da müssen wir mal gucken, wie sie damit zurechtkommen. Ich bin da ganz optimistisch und denke, die werden das schon gut händeln. Aber da müssen wir einfach sehr vorsichtig, sehr sorgsam und mit sehr viel Fingerspitzengefühl agieren. Viele von Ihnen waren ja auch monatelang nicht in der Kita. Die haben natürlich auch über einen langen Zeitraum keine sozialen Kontakte in Gruppen wahrnehmen können.

Frage: Wie gut ist Niedersachsen seit Beginn der Pandemie in der Digitalversorgung der Schulen vorangekommen?

Kunkel: Gemessen an dem, wie es vor der Corona-Pandemie war, hat es sicherlich einen Schub gegeben, den wir ohne diese Pandemie nicht hätten. Das ist aber aus unserer Sicht immer noch nicht zügig genug. Also vielleicht noch mal, um das deutlich zu machen: Die Mittel aus dem Digitalpakt rufen ja nicht die Schulen ab – die rufen die Schulträger ab - und da sind viele auf einem guten Weg. Aber es gibt eben auch noch einzelne Bereiche, da geht es nicht so gut voran, und es ist wichtig, dass Schulen und Schulträger das gemeinsam auf den Weg bringen.

Frage: Welche Bereiche meinen Sie da genau?

Kunkel: Es gibt Schulen, die kein WLAN haben. Und wenn ich kein WLAN an der Schule habe, dann habe ich auch Schwierigkeiten, hier mit Tablets und so weiter zu arbeiten.

Frage: Was lässt sich aus der Zeit des Homeschoolings für den Schulstart mitnehmen?

Kunkel: Ich glaube, wir können mitnehmen, dass es Homeschooling-Formate gibt, die wir weiterführen können. Es gäbe ja in dem Szenario B die Möglichkeit für weiterführende Schulen, an einem Tag in der Woche die Schüler im Homeschooling zu beschulen. Das auszuweiten, zu trainieren und da auch viel Selbstständigkeit zu generieren - das ist schon eine gute Möglichkeit. Es ist natürlich immer eine Frage der technischen Ausstattung.

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