Oldenburg - Ein 34-jähriger Bremer, der als einer der Drahtzieher der gewaltbereiten islamistischen Szene in der Hansestadt und darüber hinaus gilt, sitzt seit vergangener Woche im Oldenburger Sicherheitstrakt. Wie Gerd Koop, Chef der JVA an der Cloppenburger Straße, auf Anfrage der NWZ bestätigte, war der Mann von der JVA Oslebshausen nach Oldenburg überstellt worden.
Die Bremer Sicherheitsbehörden hatten beim Niedersächsischen Ministerium in Hannover ein Ersuchen gestellt, den Inhaftierten zu verlegen, da er offenbar aus der Zelle heraus wieder Aktivitäten in sein früheres Umfeld in Gröpelingen gestartet hatte. In dem Bremer Stadtteil hatte die Polizei erst Anfang Dezember den salafistischen Kultur- und Familienverein aufgelöst, zu dessen Gründern der vom katholischen Glauben Konvertierte 2008 zählte. Der 34-Jährige saß in Oslebshausen, nachdem er von einem Münchner Gericht zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden war.
In die Verlegung nach Oldenburg waren die Generalbundesanwaltschaft und das Niedersächsische Justizministerium eingeschaltet. Wie JVA-Leiter Gerd Koop berichtet, habe auch er dem Ersuchen um nachbarschaftliche Unterstützung zugestimmt. „Wir sind hier mit unserer Sicherheitsstation S1 auf solche Fälle eingestellt und haben ja nicht zum ersten Mal gewaltbereite Täter hier“, berichtet er. Der Mann sei in seiner Zelle weitgehend isoliert untergebracht.
Wie lange er in Oldenburg bleiben wird, steht derzeit noch nicht fest. Aus datenschutzrechtlichen Gründen darf Koop den Namen des Mannes nicht nennen.
