• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik

Hintergrund: Islamisten verüben in Mali immer wieder Anschläge

21.11.2015

Genf /Bamako Die Geiselnahme in einem Hotel in Malis Hauptstadt Bamako geht vermutlich auf das Konto von Islamisten. Eine Allianz aus Terrorgruppen besetzte im Frühjahr 2012 Städte im Norden des Landes wie Timbuktu, Gao und Kidal. Tuaregmilizen, die die Islamisten ursprünglich als Verstärkung im Kampf gegen die Regierung in Bamako gerufen hatten, mussten fliehen, während die Islamisten ein brutales Terrorregime errichteten. Erst der Einsatz von französischen Elitetruppen acht Monate später machte der Islamistenherrschaft ein Ende. Doch viele Kämpfer konnten fliehen und machen das Land bis heute unsicher.

Im März überfielen bewaffnete Terroristen eine Bar in Bamako und erschossen fünf Menschen. Unter den Opfern: ein Franzose und ein Belgier. Das „La Terrasse“ war vermutlich bewusst als Ziel ausgewählt worden, weil es ein beliebter Treffpunkt von Ausländern war. Im Byblos-Hotel in der Stadt Sévaré, das Terroristen im August überfielen, lebten ebenfalls vor allem Ausländer. Als malische Truppen das Hotel stürmten, starben 13 Menschen, unter ihnen zwei Ukrainer, ein Nepalese und ein Südafrikaner.

Auch das Anschlagsziel von Freitag, das Radisson-Hotel in Bamako, beherbergt viele Ausländer. So sollen nach Angaben der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua viele Chinesen unter den Geiseln sein, die die Terroristen genommen haben. Der Eingang des Hotels, das als eines der besten der Stadt gilt, wurde von privaten Sicherheitsleuten geschützt, die bei dem Attentat verletzt worden sein sollen.

Erst im Mai hatte die französische Armee zwei hochrangige Anführer von Terrorgruppen getötet, die 2012 an der Besetzung des Nordens von Mali beteiligt waren. Einer von ihnen war Abdelkarim al-Targui, Anführer einer Terrorzelle von Al-Kaida im islamischen Maghreb (AQMI). Al-Targui wurde unter anderem für den Mord an zwei französischen Journalisten vor zwei Jahren verantwortlich gemacht, der in Frankreich für Entsetzen gesorgt hatte. Der zweite, Ibrahim Ag Inawalen, galt als Nummer zwei der Terrorbewegung Ansar Dine.

Doch weder französischen Soldaten noch den mehr als 10.000 Soldaten und Polizisten der UN-Stabilisierungsmission Minusma ist es bislang gelungen, den Norden Malis komplett zu sichern. Die weiten und dünn besiedelten Gebirgs- und Wüstenregionen Nord-Malis bieten viele Rückzugsräume für Terroristen. Unklar ist zudem die Loyalität der verschiedenen Tuareg-Gruppen. Ein im Juni unterzeichnetes Friedensabkommen, das dem Norden mehr Autonomie geben soll, gilt als brüchig.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.