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NWZonline.de Nachrichten Politik

Israel öffnet wieder Zugang zum Tempelberg

17.07.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-07-17T07:38:14Z 280 158

Nach Terroranschlag:
Israel öffnet wieder Zugang zum Tempelberg

Jerusalem Nach dem blutigen Anschlag am Tempelberg in Jerusalem hat die israelische Polizei die Muslimen wie Juden heilige Stätte wieder teilweise geöffnet. Unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen durften muslimische Gläubige zunächst durch zwei Zugänge auf den Hügel, wie eine Sprecherin der Polizei am Sonntag sagte. Dort seien Sicherheitsschleusen mit Metall-Detektoren aufgestellt worden. Bereits kurz nach der Öffnung waren laut Polizei mehr als 200 Muslime auf den Tempelberg (Al-Haram al-Scharif) gekommen.

Bei dem Anschlag waren am Freitag zwei israelische Polizisten und die drei israelisch-arabischen Angreifer getötet worden. Als Reaktion hatte Israel das Areal geschlossen und damit auch die für Muslime besonders wichtigen Freitagsgebete im Felsendom und der Al-Aksa-Moschee unterbunden.

Der Tempelberg mit der Klagemauer sowie der Al-Aksa-Moschee und dem Felsendom ist Juden wie Muslimen heilig. Der Streit um die Besuchsrechte, also wer den Hügel betreten und dort beten darf, hatte bereits in der Vergangenheit zu Spannungen und Gewalt geführt.

Mitarbeiter der für den Tempelberg zuständigen jordanischen Waqf-Behörde hatten sich am Sonntag geweigert, durch die Sicherheitsschleusen zu gehen. Diese stellten eine Änderung des Status quo dar, sagte Scheich Omar Awadallah Kiswani, Direktor der Al-Aksa-Moschee. Die Mitarbeiter durften laut Waqf letztlich an den Schleusen vorbeigehen.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am späten Samstagabend angekündigt, die Sicherheitsmaßnahmen am Tempelberg zu verstärken. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte zuvor in einem Telefonat mit Netanjahu die tödliche Attacke verurteilt und gebeten, die Schließung der heiligen Stätte zu beenden. Auch Jordanien forderte Israel auf, den Tempelberg umgehend wieder zu öffnen.

Die Täter waren am Freitagmorgen vom Tempelberg gekommen und hatten die Polizisten am Eingang angegriffen. Sie trugen Schusswaffen und ein Messer bei sich. Unklar war zunächst, ob und wie die Männer die Waffen durch die Kontrollen am Eingang gebracht hatten oder ob diese auf dem Tempelberg deponiert gewesen waren.

Bei den Attentätern handelte es sich laut Polizei um israelische Araber, die aus einem Dorf im Norden des Landes stammten. Terrorangriffe von in Israel lebenden Palästinensern, die die israelische Staatsbürgerschaft besitzen, sind eher selten. Die beiden Polizisten waren arabische Drusen.

Israelische Minister wollen eine mögliche Teilung Jerusalems in einem zukünftigen Friedensprozess massiv erschweren. Das Ministerkomitee für Gesetzgebung stimmte am Sonntag einer entsprechenden Neuregelung zu. Danach bräuchte es eine Zweidrittelmehrheit von 80 Abgeordneten im Parlament, um Israels Souveränität über Teile der Stadt aufzugeben. Das Erziehungsministerium bestätigte das Abstimmungsergebnis. Der Gesetzesinitiative muss noch das Parlament zustimmen.

Israel hat den Ostteil der Stadt im Sechs-Tage-Krieg 1967 erobert und später annektiert. Die Annektierung wird international nicht anerkannt. Die Palästinenser fordern einen unabhängigen Staat mit Ost-Jerusalem als ihrer Hauptstadt.

Bei einer Militäroperation im Westjordanland haben israelische Sicherheitskräfte einen mutmaßlichen palästinensischen Attentäter erschossen. Der Angreifer habe am Samstag zweimal auf Menschen nördlich von Ramallah gefeuert, wie Armee und Polizei am Sonntag mitteilten. Bei dem späteren Versuch, den Angreifer zu verhaften, habe der 34-Jährige seine Waffe gezückt. Die Sicherheitskräfte hätten ihn daraufhin in der Nacht zum Sonntag in Nabi Saleh getötet.

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Al-Aksa-Brigaden | Polizei