Jerusalem - Der frühere israelische Regierungschef Ehud Olmert (70) muss wegen Korruption für 18 Monate ins Gefängnis. Das Höchste Gericht in Jerusalem verringerte am Dienstag eine Haftstrafe von ursprünglich sechs Jahren, die eine niedrigere Instanz verhängt hatte. Nach Informationen des israelischen Fernsehens muss er die Haft am 15. Februar antreten.

Es ist das erste Mal, dass ein ehemaliger israelischer Ministerpräsident ins Gefängnis muss. Olmert reagierte dennoch erleichtert. „Mir fällt ein Stein vom Herzen“, sagte er mit Blick auf die Verringerung des Strafmaßes.

Das Höchste Gericht sprach Olmert von den schwerwiegendsten Vorwürfen im sogenannten Holyland-Skandal frei. Die Richter sahen es jedoch als erwiesen an, dass Olmert während seiner Zeit als Handelsminister vor mehr als zehn Jahren von einem Geschäftsmann Bestechungsgelder in Höhe von 60 000 Schekel (14 000 Euro) angenommen hat. Er habe einer Firma bei der Umsetzung von Bauprojekten geholfen. Mit dem erhaltenen Geld habe Ehud Olmert dann Schulden eines Wahlkampfs beglichen.

Olmert muss nach Medienberichten in das Maasijahu-Gefängnis, das in Ramla etwa 30 Kilometer von Tel Aviv entfernt liegt. Dort wurde laut der Zeitung „Haaretz“ für knapp eine Million Euro ein spezieller „Promi-Flügel“ für ihn gebaut. Es müssten besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, weil Olmert als Ex-Regierungschef Kenntnis von Staatsgeheimnissen habe.