Tel Aviv - Vier Unterhosen, vier Paar Socken: Als erster ehemaliger israelischer Regierungschef sitzt Ehud Olmert nun hinter Schloss und Riegel. Der 70-Jährige kam am Montag in Begleitung von Sicherheitskräften in das Maasijahu-Gefängnis in der Nähe von Tel Aviv. Dort soll er seine 19-monatige Haft wegen Korruption absitzen.
Das Höchste Gericht in Jerusalem hatte Olmert im Dezember zu 18 Monaten Haft verurteilt, weil er als Handelsminister von einem Geschäftsmann Bestechungsgeld in Höhe von 14 000 Euro angenommen hatte. Er habe dessen Firma bei der Umsetzung von Bauprojekten geholfen. Einen weiteren Monat muss er absitzen, weil er versucht hatte, seine ehemalige Kanzleichefin von einer Aussage gegen ihn abzuhalten.
Olmert wandte sich in der Botschaft an das israelische Volk und sprach drei Minuten lang mit ruhiger, gefasster Stimme. „Es ist mir wichtig zu wiederholen: Ich weise alle Bestechungsvorwürfe gegen mich klar zurück“, sagte der 70-Jährige. Er habe Fehler gemacht, aber keine kriminellen Vergehen begangen. „Für einen Teil davon zahle ich heute einen hohen Preis, vielleicht zu hoch.“ Die schweren Korruptionsvorwürfe hatten Olmerts politische Karriere zerstört.
