Hannover - Wildschweine pflügen Vorgärten um, Waschbären plündern Vogelnester, Damwild schädigt den Wald – und die Jäger kommen mit dem Abschießen nicht mehr hinterher. So könnte man den aktuellen Jagdbericht für Niedersachsen zusammenfassen, den Landwirtschaftsminister Gerd Lindemann (CDU) am Mittwoch vorlegte.
Lindemann forderte die Jäger zum Jagen auf. Aus Vorsicht seien bisher eher zu wenig Tiere geschossen worden. Angesichts der Ausbreitung der Wildschäden vor allem im Wald müsse aber intensiver gejagt werden. In Revieren, in denen die Abschusspläne nicht eingehalten werden, will der Minister die Jäger notfalls zwingen.
In der Region Oldenburg stellt sich die Lage zwar anders dar; hier ist die Wildschweinzahl rückläufig. Landesweit geht das bedrohliche Anwachsen der Wildschweinbestände laut Lindemann aber weiter. „Von einer Entwarnung kann nicht gesprochen werden“, meinte der Minister. Die Jagd sei schwierig. „Wir können den Jägern ja nicht sagen, schießt in die Vorgärten.“ Im vergangenen Jahr wurden mehr als 38 000 Wildschweine erlegt. Beim Damwild seien 2011 so viele Tiere wie nie zuvor geschossen worden.
Sorgen bereiten auch Waschbären und Marderhunde. Der Präsident der Landesjägerschaft, Helmut Dammann-Tamke, warnte vor einer „flächendeckenden Ausbreitung“ der Fleischfresser.
Keine guten Nachrichten gibt es zudem von Fasanen und Rebhühnern, die in Niedersachsen langsam aber sicher von der Bildfläche verschwinden. Den Grund dafür kennt noch keiner.
