Nordenham - Keine Frage: Der Jahresempfang der NWZ hat sich in Nordenham als ein äußerst beliebtes Ereignis etabliert, das aus dem Veranstaltungskalender kaum noch wegzudenken ist. Das haben Bürgermeister Hans Francksen und auch die weiteren Redner in ihren Ansprachen deutlich gemacht. Mit rund 170 Gästen war der Güterschuppen des Theaters Fatale am Sonnabend wieder einmal rappelvoll.
NWZ -Chefredakteur Rolf Seelheim freute sich über die Rekordbeteiligung und hob hervor, dass alle gesellschaftlichen Gruppen vertreten waren. Dazu gehörten Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Verbände ebenso wie Kirchen, Schulen, Vereine und soziale Einrichtungen. „Die Liste ist eindrucksvoll“, sagte Rolf Seelheim.
Im Mittelpunkt stand die zum sechsten Mal ausgerichtete Aktion „Mensch des Jahres“, mit der die NWZ und die Oldenburgische Landesbank ehrenamtlichen Bürgereinsatz würdigen. Aber die Gäste nutzten auch die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen.
Gute Nachrichten
Die wichtigsten Ereignisse in 2014 kamen ebenfalls zur Sprache. So blickte NWZ -Chefredakteur Rolf Seelheim auf die für Nordenham „beste Nachricht des Jahres“ zurück und bezog sich damit auf die Entscheidung der Helios-Klinikum AG, den Krankenhaus-Neubau in Esenshamm fertigzustellen. Anders als von vielen gemutmaßt, bringen Journalisten durchaus gerne gute Nachrichten, betonte er.
Die stellvertretende Landrätin Heidi Brunßen bezeichnete den Jahresempfang als „ganz besonderes Ereignis“. Er biete eine schöne Gelegenheit, den selbstlosen Einsatz in der Freiwilligenarbeit hervorzuheben, die in der Wesermarsch zum Glück sehr ausgeprägt sei. „Ein Zusammenleben ohne ehrenamtliches Engagement ist kaum vorstellbar“, sagte sie. Die SPD-Politikerin sprach einige Themen an, die den Landkreis Wesermarsch zurzeit stark beschäftigen. Vor allem nannte sie den demografischen Wandel, der unter anderem in der Schulentwicklung zum Handeln zwinge. In der Diskussion um die Gründung einer Integrierten Gesamtschule, die zum Standortstreit zwischen der Oberschule I und der Luisenhofschule geführt hat, müsse ein Weg gefunden werden, „der für beide Seiten begehbar ist und das Wohl der Schüler berücksichtigt“.
Nein zu „Nörgelham“
Bürgermeister Hans Francksen nutzte die Gelegenheit, die „hervorragende Entwicklung“ der Stadt Nordenham in den zurückliegenden Jahren anzusprechen. Die Herausforderungen des demografischen Wandels seien erkannt worden. In der Folge hätten die dafür einberufenen Arbeitskreise einen „ganzen Katalog“ an Zielen und Maßnahmen erstellt. Hans Francksen verheimlichte allerdings nicht seinen Ärger darüber, dass viele Nordenhamer schlecht über ihre Stadt reden und die positiven Dinge ausblenden. „Man wird mit einer Riesenwolke der Mollstimmung konfrontiert“, sagte der Bürgermeister. So werde aus Nordenham ein „Nörgelham“. Gegen Kritik sei nichts einzuwenden, betonte er, aber es könne nicht angehen, dass „mit Häme“ gegen die Mitarbeiter der Stadtverwaltung vorgegangen werde. „Das sind fleißige Leute, so etwas haben sie nicht verdient“, stellte er sich vor seine Mannschaft.
Der Leiter der OLB-Filiale Nordenham, Tammo Seltmann, hob hervor, wie „extrem wichtig“ das Ehrenamt für die Gesellschaft sei. Dazu zählte er auch die Vermittlung von sozialen Werten – zum Beispiel Gemeinschaftsgefühl und Verantwortung – an die Jugend, die auf diese Weise Halt und Orientierung in der multimedialen Welt bekomme. Allen ehrenamtlich tätigen Menschen sprach er für ihre „hervorragende Arbeit als unentgeltliche Manager“ ein großes Dankeschön aus.
