Trotz einer krachenden Niederlage bleibt der Christdemokrat Peter Müller saarländischer Ministerpräsident. Zunächst. Zwar ist es auch sein Erfolg, die erste schwarz-gelb-grüne Koalition auf Landesebene geschmiedet zu haben, doch Müller ist ein Auslaufmodell. Das haben ihm zumindest die Wählerinnen und Wähler deutlich gemacht. Es wäre deshalb nur konsequent, wenn diese politische Menage à trois auch an der Spitze so etwas wie Premierenatmosphäre verströmen würde.
Von den Parteitagen am Wochenende ist großer Widerstand nicht zu erwarten, spannend wird der künftige Regierungsalltag. Wie groß ist die Disziplin der Regierungskoalitionäre und – vor allem – die Bereitschaft der Parteien, diesem Experiment eine Chance zu geben? Das Bündnis an der Saar könnte durchaus Modellcharakter für eine gleiche Konstellation auf Bundesebene haben.
Mit Jamaika im Saarland wird die deutsche Innenpolitik farbiger – und spannender. Das rot-rote Wagnis unter klammheimlicher Regie Oskar Lafontaines jedenfalls bleibt uns erstmal erspart. Und das ist auch gut so.
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