Friesland/Wilhelmshaven - Die Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Friesland und in der Stadt Wilhelmshaven haben sich in einem offenen Brief zur massenhaften Gewalt an Frauen in Köln und anderen Städten geäußert: Elke Rohlfs-Jacob (Landkreis), Brigitte Kückens (Varel), Joann Hagen (Zetel), Ivonne Loers (Jever), Tanja Stamer (Schortens) und Ellen Seehausen (Wilhelmshaven) äußern sich in ihrem Schreiben bestürzt über die Gewalt gegenüber Frauen.
Seit Jahrzehnten setzten sie sich mit anderen Organisationen für die Ächtung jeder Form von Gewalt gegen Frauen und Opferschutz ein.
Gewalt in Öffentlichkeit
Fest stehe, dass sexuelle Gewalt gegen Frauen verschiedene Erscheinungsformen hat – in Deutschland und anderen Ländern finde sie vor allem hinter verschlossenen Türen statt. „Statistisch gesehen war bisher für eine Frau in Deutschland ihr Zuhause der gefährlichste Ort“, betonen die Gleichstellungsbeauftragten.
Neu sei nun das Ausmaß: Gruppen von Männern haben Frauen im öffentlichen Raum sexuell belästigt, angegriffen und vergewaltigt. „Wir schließen daraus, dass gewaltverherrlichende und frauenfeindliche Männlichkeitsnormen in fast allen Kulturen zur Gewalt gegen Frauen führen kann“, so die Frauen.
Sie fordern neben Aufklärung und konsequenter Strafverfolgung, dass Hilfe und Unterstützung für die Opfer der Übergriffe sichergestellt wird: „Wir haben seit 2002 in Deutschland das Gewaltschutzgesetz, das Gewalt eindeutig als Straftat benennt und klar sagt, dass Gewalt gegen Frauen kein Kavaliersdelikt ist“, so die Frauenbeauftragten.
Mehr Prävention
Deshalb seien alle kommunalen und staatlichen Stellen aufgefordert, der Gewalt gegen Frauen entgegenzuwirken. Im konkreten Fall schlagen die Gleichstellungsbeauftragten breit angelegte Präventionsmaßnahmen insbesondere für zugewanderte Jungen und Männer vor, zudem sollte das westliche Frauenbild als Thema in die Integrationskurse und andere Eingliederungs-Programme aufgenommen werden.
„Wir sind alle dafür verantwortlich, dass sich Frauen überall, sowohl im privaten als auch im öffentlichen Raum, angstfrei bewegen können“, betonen die Frauen.
