JERUSALEM/NEU WULM - Ein Spezialkommando der israelischen Kriegsmarine hat nach eigenen Angaben ein Schiff mit Hunderten Tonnen Waffen und Munition für die pro-iranische Hisbollah im Libanon abgefangen. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ und der „Kieler Nachrichten“ gehört der Frachter der Reederei Gerd Bartels aus dem niedersächsischen Neu Wulmstorf vor den Toren Hamburgs. Die Waffen an Bord der unter der Flagge des Karibik-Staates Antigua fahrenden „Francop“ stammten aus dem Iran, heißt es in einer offiziellen Erklärung der israelischen Armee vom Mittwoch.
Israel warf dem Iran einen Verstoß gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrates vor, die den Export von Waffen untersagten. Teheran wies die Angaben zurück. „Der Bericht stimmt nicht. Das Schiff war von Syrien in den Iran unterwegs, an Bord sind syrische Waren, aber keine Waffen“, sagte der iranische Außenminister Manuchehr Mottaki nach Angaben staatlicher Medien in Teheran.
Nach israelischen Armeeangaben hatte die „Francop“ 40 Container mit jeweils bis zu 300 Tonnen Waffen und Munition an Bord; darunter auch Raketen vom Typ Katjuscha. Das Militärgerät sei als zivile Fracht getarnt gewesen.
Nach Angaben des israelischen Internetportals ynet.com hat das zyprische Cargo-Unternehmen UFS das rund 140 Meter lange Schiff gechartert. „Wir sind nur der Spediteur, wir wissen nie, was in den Containern ist“, sagte ein Reedereisprecher.
Der Frachter war nach einem Stopp in der Hafenstadt Limassol auf Zypern auf dem Weg in die libanesische Hauptstadt Beirut, wie es heißt. Sowohl die Reederei als auch Kapitän und Besatzung gaben nach israelischen Angaben an, von dem Waffenschmuggel nichts gewusst zu haben.
