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NWZonline.de Nachrichten Politik

Nwz-Kolumne Zur Seuche Und Dem Brennpunkt Nahost: Corona kann sogar eine Chance sein

09.04.2020

Jerusalem Nukleare Aufrüstung. Entwicklung von Langstreckenraketen. Ausbau von Cyber-Angriffsfähigkeiten. Finanzierung von Terrororganisationen. Einsame Wölfe. Das sind nur wenige der täglichen Gefahren, die den Israelis drohen. Von der Makro- bis zur Mikroherausforderung, von staatlich bis herunter zum lokal gefördertem Terror, von der Macht in Teheran bis hin zu einer Drei-Mann-Schläferzelle in Hebron – das alles haben die israelischen Sicherheitsinstitutionen auf dem Schirm. Täglich. Pausenlos.

Doch dann tauchte eine vorher nicht bekannte Gefahr auf, ein Virus. Und siehe da – er beeinträchtigt unser aller Leben und die nationale Sicherheit nicht weniger als eine massive Raketensalve der Hisbollah aus dem Libanon. Wer hätte das noch vor wenigen Monaten gedacht? In der israelischen Armee legt man Wert darauf, zu betonen, dass man nie, wirklich nie, das komplette Ausmaß der Herausforderungen kennt, sondern im besten Fall eine gute Portion.

Aber sowas? Ein Virus? Ein Virus, das ganz Israel mehr oder weniger lahm legt? Wochenlang? Bis vor kurzem unvorstellbar! Glück im Unglück ist, dass auch all unsere Herausforderungen mit dem Virus beschäftigt sind und somit eine Art „Feuerpause“ herrscht. Das hat irgendwie auch seinen Vorteil, so absurd es klingen mag.

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Autor dieses Textes ist Arye Sharuz Shalicar. Er ist ein ein deutsch-persisch-israelischer Politologe, Publizist und Buchautor. Der ehemalige Sprecher der israelischen Armee (IDF) ist heute unter anderem Berater des israelischen Außenministers. Er lebt in Israel und schreibt regelmäßig für die NWZ. (Foto: privat)

Vor aber allem könnte und sollte meiner Meinung nach diese neue Gefahr als eine Gelegenheit wahrgenommen werden, durch eine engere Koordinierung und Zusammenarbeit gegen das Virus, Vertrauen und Freundschaft aufzubauen. Ich mache mir nichts vor: Mit der Islamischen Republik Iran, Assad in Syrien und der Hisbollah Terrorbande im Libanon wird sich leider nichts bewegen. Die bevorzugen unterzugehen, bevor sie die Hand Israels annehmen.

Aber ich glaube fest daran, dass es bei den Palästinensern in den Gebieten der Palästinensischen Autonomie (PA) und sogar im Gazastreifen etwas zu holen gibt. Das mag für den einen oder anderen leichtsinnig klingen, vielleicht ist der Einwand auch berechtigt, aber wir sollten keine Gelegenheit auslassen, um eine Gelegenheit zu nutzen – für Frieden.

Tatsächlich deutet einiges darauf hin, dass ich keinen Tagtraum habe. Die PA in Ramallah und Israel arbeiten schon seit Wochen sehr eng zusammen, um die Ausbreitung des Virus in Grenzen zu halten. Zehntausende palästinensische Arbeiter in Israel wurden von den Palästinensern nach Hause geordert. Die Übergänge zwischen Israel und den Palästinensergebieten wurden von beiden Seiten dicht gemacht, um unnötigen Verkehr einzudämmen. Israel schickt sogar medizinische Geräte, um die Palästinenser zu unterstützen – ja, sogar in den Gazastreifen. Unter anderem hat Israel 50000 Masken, 300 Tests und 20 Atemgeräte verschickt, obwohl es Mangel an allem und tägliche Kritik am Gesundheitsministerium gibt.

Im Gazastreifen regiert mit eiserner Hand die islamistische Hamas. Khalil al-Hayya, ein hochrangiges Mitglied des Hamas-Politbüros hat am 24. März schon alle Verantwortung auf Israel abgewälzt. Das geschah aus Sorge, dass, wenn die Zahl der Infizierten rasant steigen sollte, die Menschen in die Straßen zum Protest gegen die Hamas strömen. Da sollten der Frust und die Wut doch lieber wieder in Richtung Israel gerichtet werden.

Seitdem ist es ruhig geworden in den Fluren des Hamas-Politbüros. Wahrscheinlich hat man gemerkt, dass Hamas gleich doppelt auf die Hilfe Israels angewiesen ist: zum einen, um die Situation einigermaßen unter Kontrolle zu halten, zum anderen, um an der Macht zu bleiben.

Wenn ich in den Schuhen der Hamas stecken würde, wäre es der beste Zeitpunkt, zwei entführten Israelis und die Leichen der Soldaten Oron Shaul und Hadar Goldin Israel zu übergeben. Ich bin überzeugt, dass das im positiven Sinne Steine ins Rollen bringen würde.

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