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NWZonline.de Nachrichten Politik

Jetzt einen Staatsfonds!

18.04.2020

Die Liste der Unternehmen, die in der Corona-Krise zum Kandidat für Staatshilfe werden könnten, wird immer länger. Ein besonders prominenter Name dürfte bald neue Maßstäbe setzen: die Lufthansa, ein Stück echtes Tafelsilber der deutschen Wirtschaft. Ein potenzielles Instrument für Kapitalhilfen (also nicht nur Kredite) steht im Prinzip ja schon bereit: der neu eingerichtete, milliardenschwere Stabilisierungsfonds der Bundesregierung. Allerdings ist so etwas umstritten. Der Staat, so heißt es, könnte über Beteiligungen zu viel Einfluss in den betreffenden Unternehmen und in der Volkswirtschaft insgesamt gewinnen. Befürchtet wird Staatssozialismus.

Aber sehen wir es in dieser Krisenphase, in der besondere Kreativität angefordert wird, doch mal ganz anders – nämlich als Chance, in Deutschland einen großen staatlichen Fonds aufzubauen, dessen Früchte der Gesellschaft zugutekommen könnten. Also etwa, indem mit den Erträgen Innovationen und Gründer systematisch gefördert werden oder die Renten-Löcher unserer alternden Bevölkerung gestopft werden. Manche andere Staaten haben dafür längst ein Instrument. Ein besonders prominentes Beispiel ist Norwegen mit seinem Staatsfonds. Die Bevölkerung dort muss sich um die Zukunft keine Sorgen machen.

Für die Auflage eines deutschen Staats-Beteiligungsfonds ist in der ideologisch verseuchten Debattenkultur natürlich besondere Durchsetzungskraft erforderlich. Aber die Voraussetzungen sind in dieser Krisenphase besser als je zuvor.

Denn: Der Staat kann sich zu null Prozent finanzieren. Wie schön! Er könnte also große Summen langfristig aufnehmen, um sie über den Fonds in eigentlich gute Unternehmen zu stecken, die durch Corona bedroht sind. Die Chance ist gut, dass dieser Fonds über Jahre eine Wertsteigerung erzielt – und dass bald wieder Dividenden fließen. Der Staatsfonds könnte sich zudem an aussichtsreichen Start-ups (aktuell: Biotechnologie!) oder etablierten Technologieunternehmen beteiligen, deren Know-how oder Firmenanteile ins Ausland abzufließen drohen. Er könnte strategisch investieren, irgendwann nicht nur in aktuell kriselnde Firmen, und weltweit.

Was spricht dagegen? Der Staat, wird gesagt, sei kein guter Unternehmer. Stimmt, nach allem, was wir wissen. Aber er kann gute Beteiligungsmanager haben, ohne Hang zu künstlichen Lebensverlängerungen. Die Details zur Einflussbegrenzung würden sich schon regeln lassen.

Sehen wir es doch mal so: Das Tafelsilber der deutschen Wirtschaft, die Aktien der Dax-Unternehmen, werden heute mehrheitlich vom Ausland aus kontrolliert, auch die Masse der Dividenden fließt ab. Die aktuelle Krise bietet die Chance, Deutschland über Beteiligungen ein größeres Stück vom Kuchen zu sichern, letztlich ein Stück langfristigen Wohlstand. Die Einstiegspreise waren selten so günstig.


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Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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