Jever - Während der Umbauphase des Hauses Große Wasserpfortstraße 19 bietet das Gröschler-Haus Jever – Zentrum für jüdische Geschichte und Zeitgeschichte der Region verstärkt Veranstaltungen außerhalb an: Am Donnerstag, 21. September, 15 Uhr, lädt Hartmut Peters vom Arbeitskreis Gröschler-Haus zu einem 100-minütigen „Stadtrundgang durch das jüdische Jever“ ein.
Treffpunkt ist die Tourist-Info am Alten Markt, die Teilnahme ist kostenlos. An den originalen Schauplätzen und anhand von Karten und Fotos stellt Peters die Geschichte der Juden in Jever dar: Stationen sind die Anfänge im 17. Jahrhundert während der Zerbster Regentschaft, die Blütezeit um 1900 in der prosperierenden Viehhandelstadt Jever, die mörderische NS-Zeit und die 1980er Jahre, als Fritz Levy, Jevers letzter Jude, in den Stadtrat gewählt wurde und die Aufarbeitung eines lange verdrängten Kapitels der Stadtgeschichte begann.
Peters geht in diesem Zusammenhang auch auf einige wichtige Persönlichkeiten ein: Er berichtet vom „Turnvater“ Salomon Mendelsohn, von der ersten Abiturientin und Akademikerin der Region, Sophie Prag, dem Stadtrat und Erbauer der Synagoge, Joseph David Josephs, den innovativen Fabrikanten Simon und Hermann Gröschler, der unerschrockenen Chronistin der NS-Zeit, Änne Gröschler, der Hebamme Helene Klüserner und der israelischen Autorin Eva Basnizki, die 1943/44 auf dem Dachboden des „Concerthauses“ in einem Versteck lebte.
