Jever - Den Vorwurf der Schwarzgastronomie in Dorfgemeinschaftshäusern und bei Vereins-Veranstaltungen und -Festen hat es in den vergangenen beiden Jahren mehrfach gegeben. Jeversche Gastronomen beschwerten sich bei der Stadt, dass der Ausschank in Vereinsheimen die Existenz ihrer Gaststätten gefährde. So hatten Gastronomen 2018 während der Fußball-WM dafür gesorgt, dass die Dorfgemeinschaft Moorwarfen im Old Schoolhus kein „Public Viewing“ veranstalten darf. Und die Aktivitäten der Dorfgemeinschaft Cleverns in ihrem Dorftreff ist den Wirten ebenfalls ein Dorn im Auge.

Bei einem internen Stadtgespräch hat Bürgermeister Jan Edo Albers nun Gastronomen und Vereine an einen Tisch geholt – rund 50 Teilnehmer waren zu der nichtöffentlichen Diskussionsrunde mit Hermann Kröger, ehemals Präsident der Dehoga Niedersachsen, Gunda Burmann, Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Cleverns, und dem Bürgermeister selbst eingeladen.

Das Ergebnis: „Das Engagement der Ehrenamtlichen hat für die Gastronomie noch keinen kritischen Umfang erreicht und stellt sich in Jever bisher nicht so brisant dar wie in anderen Kommunen“, fasst Bürgermeister Albers zusammen.

In der Runde habe Einvernehmen darüber geherrscht, dass die Aktivitäten der Serviceclubs und Landfrauenvereine beim Altstadtfest, Brüllmarkt oder zu anderen Gelegenheiten wertvoll sind und dazu beitragen, die Attraktivität der Veranstaltungen zu steigern. Sie unterstützen Veranstaltungen etwa mit Kaffee/Kuchen. „Dennoch haben sich die Clubs und Vereine darauf verständigt, bei neuen Aktivitäten mehr Zurückhaltung zu üben, um die Debatte nicht weiter anzufachen“, teilt Albers mit.

Ein weiteres Ergebnis: Die Vertreter der Dorfgemeinschaften und der Gastronomie haben vereinbart, in einem kleinen Kreis unter Beteiligung der Stadtverwaltung nach Lösungen zu suchen, wie die städtischen Dorfgemeinschaftshäuser Cleverns und Moorwarfen künftig in einem für beide Seiten verträglichen Maß auch gastronomisch genutzt werden können, berichtet der Bürgermeister. Der Stadtrat hatte sich bisher eindeutig gegen private Feiern in den Räumen ausgesprochen.