JEVER - Am 3. Mai 1945 bestiegen die Sozialdemokraten Edgar Hinrichs, Max Rühlmann und Johann Lünemann den Schlossturm in Jever und hissten trotz der Durchhaltebefehle der Nazis eine weiße Flagge – der Legende nach sollen sie dadurch die Bombardierung Jevers durch die Alliierten verhindert haben.
„Für so eine Tat waren damals erheblicher Mut und Zivilcourage erforderlich“, sagte Jevers SPD-Fraktionsvorsitzender Dieter Janßen, der am Mittwoch während der alljährlichen Gedenkfeier der SPD-Arbeitsgemeinschaft „60 plus“ an das Ereignis vor 67 Jahren erinnerte. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden der SPD-AG, Johann Lüken, legte Dieter Janßen an der Gedenktafel bei der Blankgraft Blumen nieder. Trotz strömenden Regens waren zahlreiche Bürger gekommen, um an der Gedenkstunde teilzunehmen.
„Die drei Männer haben sich im Bewusstsein möglicher Konsequenzen wie Haft, Folter oder gar Tod für ihre Heimatstadt und die dort lebenden Menschen eingesetzt“, betonte Janßen in seiner Ansprache. Auch nach 67 Jahren Frieden in Deutschland dürften wir nicht vergessen, dass es nach wie vor in vielen Teilen dieser Welt Kriege gibt, die Tod und Verderben über die Menschen bringen. „Dies erfahren wir täglich aus den Medien, von weißen Fahnen ist da leider weniger die Rede“, so Janßen.
Gerade für die Deutschen sei es aufgrund ihrer Geschichte Pflicht, bei Konflikten vermittelnd zu wirken und dabei zu helfen, dass es erst gar nicht zu Gewalt und Krieg kommt. Janßen erinnerte in diesem Zusammenhang auch an die Soldaten aus Upjever, die in Afghanistan im Einsatz sind.
