Jever/Obenstrohe - Einen gebührenden Empfang hatten die Schüler der Oberschule Obenstrohe den Mitgliedern des Ausschusses für Schule, Sport und Kultur des Landkreises Friesland in der BBS Jever bereitet: In der Aula hatten sich die Schüler mit ihren Plakaten auf der Galerie postiert, um für den Erhalt der Oberschule in Obenstrohe aufmerksam zu machen.

Ob die Oberschule in Obenstrohe nun eher geschlossen werden oder erhalten bleiben soll, darauf gab es am Dienstagnachmittag noch keine Antwort. Die Mitglieder des Ausschusses sprachen sich mit großer Mehrheit dafür aus, das Thema zurück in die Kreistag-Fraktionen zu geben und ausgiebig zu beraten.

Marcus Dammann vom Schulelternrat der Oberschule Obenstrohe sieht sich und sein Anliegen nun in der Verlängerung. „Es wurde hitzig diskutiert, jetzt müssen wir abwarten wie es weitergeht“, sagte er nach der Sitzung.

Zur möglichen Schließung der Oberschule gab es reichlich Redebedarf, das zeigte allein die Anzahl der Anträge: Die CDU beantragte, die Diskussion gar nicht erst zu führen, da sie obsolet sei, die Menschenmüll-Wähleraktion beantragte, den Beschluss von der Tagesordnung zu nehmen, ebenso die SPD, die es aber dennoch begrüßen würde noch in diesem Jahr zu einer Entscheidung zu kommen, wenn auch nicht zwingend, Zukunft Varel wollte den Punkt ebenfalls von der Tagesordnung entfernt wissen und wollte in diesem Jahr auf keinen Fall zu einer Entscheidung kommen.

Niksa Marusic vom Kreiselternrat schlug eine Kooperation zwischen der Oberschule Obenstrohe und der Oberschule an der Arngaster Straße vor, die bis zu einer Fusion zu einer Schule mit zwei Standorten führen könnte. Ob das rechtlich machbar ist, muss noch geklärt werden.

Kritik gab es von vielen Seiten am Vorgehen der Kreisverwaltung, oft war von einem Schnellschuss die Rede, der jetzt in kurzer Zeit durchgepeitscht werden solle. Die Erste Kreisrätin Silke Vogelbusch verteidigte das Vorgehen: Von einem Schnellschuss könne keine Rede sein, da das Thema schließlich schon seit zwei Jahren im Arbeitskreis Schulentwicklung besprochen werde, wo auch Vertreter aller Fraktionen Mitglieder seien.

Einig waren sich alle Ausschussmitglieder darin, dass die Diskussion versachlicht werden müsse. So, wie die Debatte derzeit geführt werde, schade sie den Oberschulen – und auch der Heinz-Neukäter-Schule. Die soll – so der Vorschlag aus dem Arbeitskreis Schulentwicklung – an den Standort der OBS Obenstrohe ziehen, wenn diese geschlossen wird. Die Verquickung dieser beiden Themen habe dazu geführt, dass Schüler der Heinz-Neukäter-Schule „diffamiert und bepöbelt“ würden, sagte Dr. Sandra Heidenreich, Leiterin der Heinz-Neukäter-Schule. „Inklusion wird gegen Förderschule ausgespielt. Das ist nicht redlich“, sagte sie.