JEVER - Annemarie Gerdes ist es wichtig, die Senioren in Jever noch mehr in den Fokus des Seniorenbeirats zu rücken. Dabei gehe es ihr nicht um Verwaltungsarbeit, sondern um die Menschen selbst: „Die Senioren, die alleine zu Hause sitzen und niemanden mehr haben, möchte ich aus ihrer Isolation befreien und wieder unter Menschen bringen“, sagt die 69-jährige Jeveranerin.
Darum gründete sie, nachdem sie vor fünf Jahren das erste Mal in den Seniorenbeirat gewählt worden war, eine Bingo-Gruppe. Die Gruppe trifft sich an jedem 2. Dienstag im Monat um 15 Uhr im Ahlers-Haus zu einem vergnüglichen Nachmittag. „Wir haben rund 25 Teilnehmer und haben sehr viel Spaß. Das Miteinander ist über die Jahre sehr freundschaftlich geworden“, berichtet sie.
Annemarie Gerdes ist bisher im Seniorenbeirat auch als Schriftführerin tätig. „Ich habe mich damals zur Wahl gestellt, weil ich einsamen Senioren Kraft und Unterstützung geben wollte. Sie sollten wieder neuen Mut fassen können“, sagt sie.
Annemarie Gerdes kam 1972 mit ihrem Mann Johannes Gerdes und ihren drei Söhnen nach Jever. Zuvor lebte sie im Landkreis Wittmund und war als Hauswirtschafterin und Telefonistin bei einem Arzt und einem Auktionator tätig. In Jever arbeitete sie im Haushalt von Jacobus Eden und 16 Jahre lang als Reinigungskraft beim Landkreis Friesland.
Sie engagierte sich aktiv in Jevers Bürgerverein. Dort, so Gerdes, durften Ehefrauen, die mit ihren Männern im Verein waren, früher nicht wählen. „Das fand ich sehr ungerecht. Wir haben viel für den Verein gearbeitet, durften aber nicht mitbestimmen“, sagt sie.
Ungerechtigkeiten seien für sie nicht tragbar. Deshalb kämpfte sie im Verein für ein Ehefrauenwahlrecht. „Das wurde dann auch, nach vielen Diskussionen mit den Männern, eingeführt“, sagt sie.
Und wie sie damals für das Ehefrauenwahlrecht kämpfte, so will sie sich heute weiterhin für Jevers Senioren einsetzen. Für den Fall der Wiederwahl, würde sie ihnen in schwierigen Situationen zur Seite stehen und natürlich auch ihre Bingo-Gruppe weiterführen.
