JEVERLAND - Auch im Jeverland legten am Donnerstag in vielen Betrieben die Mitarbeiter um Punkt zwölf Uhr die Arbeit nieder, um eine Minute inne zu halten und der Opfer rechtsextremer Gewalt zu gedenken.

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und der Deutsche Gewerkschaftsbund hatten darum gebeten, ein Zeichen gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus zu setzen. Der Allgemeine Wirtschaftsverband Wilhelmshaven-Friesland hatte den Aufruf Anfang der Woche an seine mehr als 400 Mitgliedsunternehmen weitergegeben.

Wo immer es der Arbeitsablauf zuließ, folgten Menschen diesem Aufruf. Eine zentrale Gedenkveranstaltung gab es im Jeverland nicht, die Schweigeminute wurde – wie im Friesischen Brauhaus in Jever oder bei der Bertelsmann-Tochter Arvato in Roffhausen – individuell an den jeweiligen Arbeitsplätzen eingelegt. Einschränkungen gab es meist nur da, wo Betriebsabläufe massiv gestört worden wären. So musste das Call-Center Sykes in Roffhausen, das mit seinen Telefon-Dienstleistungen nach Angaben von Marketing-leiter Björn Adam auch Kunden die Schweigeminute ermöglichte, indem es ihnen Gespräche abnahm, selbst weitestgehend auf die Aktion verzichten.

Die mehr als 400 Mitarbeiter der Kreisverwaltung Friesland waren am Mittwoch auf einer Personalversammlung und später noch einmal in einer E-Mail von Landrat Sven Ambrosy über die Aktion informiert worden. „Lassen Sie uns diese Gedenkminute auch als Zeichen für die Zukunft verstehen, als Ausdruck unserer Pflicht, für eine lebenswerte Gesellschaft, für Freiheit und unsere demokratische Rechtsordnung einzutreten und jederzeit rechtsextremem Gedankengut und rechtsextremem Terror entschlossen entgegenzutreten“, so der Landrat in seinem Schreiben.

Anlass für die Aktion ist die Serie von Morden, Raubüberfällen und Anschlägen rechtsextremistischer Gewalttäter in Deutschland.