JOHANNESBURG - Nach dem forcierten Abgang des südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki gehen Sorgen um am Kap der Guten Hoffnung: Von Konfusion und politischer Unsicherheit ist die Rede, seit der neue Vorsitzende des Afrikanischen National-Kongresses (ANC) und mutmaßliche nächste Präsident, Jacob Zuma, die Muskeln spielen lässt. Der öffentliche Umgangston ist ohnedies schon spürbar rauer geworden, im Politiker-Vokabular sind mittlerweile Begriffe wie „Eliminieren“, „Töten“ und „Erschießen“ salonfähig. Und all dies knapp zwei Jahre vor dem Anpfiff der nächsten Fußball-Weltmeisterschaft.

Zuma schlug am Montag seinen Stellvertreter Kgalema Motlanthe als Interims-Präsidenten vor. Motlanthe würde bis zur im April 2009 geplanten Neuwahl regieren, sobald ihn das Parlament bestätigt hat. Dort verfügt der Afrikanische National-Kongress (ANC) über eine Zwei-Drittel-Mehrheit.

Zuma nannte Mbekis Rücktritt eine „schmerzhafte und schwierige Entscheidung“. Es sei der Parteiführung nicht leicht gefallen, den Rücktritt des Präsidenten zu fordern. Er glaube aber, dass der ANC so in die Lage versetzt werde, dringend erforderliche Veränderungen vorzunehmen und das Land nach vorne zu bringen, sagte Zuma.

Der ANC-Chef rief seine Anhänger zur Unterstützung auf. Er betonte zugleich die herausragende Bedeutung, die eine erfolgreiche Fußball- Weltmeisterschaft im Jahr 2010 für Südafrika habe. „Wir werden alles tun, um die WM zu einem Erfolg für Südafrika und den afrikanischen Kontinent zu machen“, betonte er in einer Ansprache, die bereits vom bevorstehenden Wahlkampf geprägt war.