BRAKE/WESERMARSCH – Schon Jahre wird in der Wesermarsch über den Einsatz eines Partybusses diskutiert. Den wird es nicht geben. Stattdessen wollen Politik und Verwaltung lieber einen Discobus auf die Straße bringen – „entscheidend ist der Inhalt“, meint allerdings Jürgen Janssen (Grüne), Vorsitzender des Kreis-Jugendhilfeausschusses, angesichts dieser Namensänderung nur.

Viel entscheidender dürfte sein, die Nutzer mit in die weitere Planung einzubinden. Denn, so Heinz Feja (SPD): In das Thema sei „schon sehr viel Arbeit investiert worden und wenig rumgekommen“. Der Politik ist dabei klar: Wenn sie die Jugend einbindet, braucht es schnelle Ergebnisse. Deshalb hat sich der Jugendhilfesausschuss einstimmig für folgendes Vorgehen ausgesprochen: Nach den Sommerferien werden Kinder und Jugendliche über Schulen und online befragt, welche Veranstaltungen angefahren werden sollen. Die Erreichbarkeit über Buslinien und die zur Verfügung stehenden Mittel sind dabei wesentliche Faktoren. Im September soll mit den Verkehrsbetrieben ausgelotet werden, ob und welche Wünsche mit bestehenden Linien umsetzbar und wie viele Fahrten mit den Finanzmitteln möglich sind. Anfang Oktober müssten die Linienbetreiber etwaige Fahrplanänderungen für das erste Halbjahr 2018 – für das das Projekt zunächst gelten soll – beantragen. Bei Einbindung der Jugend, glaubt Harald Schöne (FDP), „wird das eher ein Erfolgsmodell, als wenn es von oben drauf gestülpt wird“.

Letztlich dürfte der Erfolg aber vor allem von den Finanzen abhängen: 10 000 Euro, so ein Vorschlag der Kreisverwaltung, sollen im Haushalt 2018 für den Discobus eingeplant werden. Als Eigenanteil sind fünf Euro pro Hin- und Rückfahrt im Gespräch. Damit werde es allerdings „ein schwieriger Weg“, betonte Sascha Stolorz, Leiter des Fachdienstes Schulen, Kultur und Sport beim Landkreis. Und: „Wir müssen uns von dem Gedanken trennen, dass es eine Nachteule wird“. Die fährt in verschiedenen Landkreisen im Nordwesten am Wochenende regelmäßig Diskotheken an.
Wir haben einige Jugendliche nach ihren Wünschen gefragt.