Hude - Nach und nach trudelten am Donnerstag drei Busse am Rathaus in Hude ein. Sie brachten insgesamt 49 Flüchtlinge, die nach Erledigung der Verwaltungsformalitäten in der Jugendherberge ein neues Zuhause fanden. „Es lief recht reibungslos“, so Flüchtlingsbeauftragte Gundula Brunken. Insgesamt seien in den vergangenen sechs Wochen mehr als 130 Flüchtlinge willkommen geheißen worden.
In der Jugendherberge sind vornehmlich Familien aus Afghanistan und dem Iran sowie eine Familie aus dem Irak und einige Einzelpersonen untergekommen. In diesen Tagen ist dort erst einmal das Kennenlernen der neuen Umgebung angesagt.
Das Team der Jugendherberge habe ein tolles Programm erarbeitet, sagte Brunken. Der Landkreis habe einen Sicherheitsdienst organisiert.
In der Herberge ist bei Bedarf noch Platz für etwa 20 Personen. Sie ist neben dem Sechs-Parteienhaus am Fuchsberg mit 49 Betten die derzeit größte zusammenhängende Unterkunft in Hude.
Die bis Ende April vorgegebene Quote von 342 Personen, die in Hude aufzunehmen sind, ist laut Brunken weitgehend erfüllt. Die Mitarbeiter der Verwaltung können sich jetzt eine kleine Verschnaufpause gönnen. Doch es wird weiter permanent nach Mietwohnungen gesucht. Wie die NWZ berichtete, hat die Gemeinde auch ein Objekt in der Ortsmitte von Wüsting angemietet, das Platz für weitere 16 Menschen bietet. Wann diese zugewiesen würden, stehe noch nicht fest, so Brunken.
Die dezentrale Unterbringung ist laut Bürgermeister Holger Lebedinzew nach wie vor die idealste Möglichkeit einer guten Integration. Zurzeit werde noch über zwei weitere Immobilien verhandelt, so Gundula Brunken.
Der dezentrale Wohnraum werde aber knapper, sagte der Bürgermeister, als er am Mittwoch im Rathaus die 575 Unterschriften gegen den möglichen Bau von Schlichtwohnungen auf einem Teilstück des Spielplatzes Jägerstraße entgegennahm (NWZ berichtete).
Zurzeit wisse keiner, wohin die Reise gehe. Man wolle aber, wenn es denn doch wieder zu größeren Zuweisungen komme, keine Turnhallen opfern, sagte der Bürgermeister.
Und deshalb gebe es die Option, vier Standorte in Hude für mögliche Schlichtbauten ins Auge zu fassen. Für Bauten, die schnell errichtet werden könnten, wobei bewusst – zur besseren Integration – nur kleine Einheiten bis maximal je 25 Personen pro Standort im Gespräch seien.
Das Gemeindeoberhaupt warb noch einmal eindringlich in der Bevölkerung um Verständnis für diese Pläne, und er wünschte sich ein weiterhin so friedliches Miteinander wie bisher. Das sei dem großen Engagement der vielen Menschen im ehrenamtlichen Netzwerk Asyl, sowie dem Team um die Flüchtlingsbeauftragte im Rathaus zu verdanken. Ein „wunderbares System“, sagte er. Bislang funktioniere das in Hude sehr gut und ohne Probleme.
Nicht gleich Sturm zu laufen, wenn auch mal ihr direktes Umfeld von Planungen für Schlichtbauten berührt sei, appellierte Lebedinzew an die Bürger. So richtig hören wollten das die Beschwerdeführer in Sachen Spielplatz Jägerstraße aber nicht. Sie forderten, nach Alternativen zu suchen. Es gebe vielleicht auch andere kommunale beziehungsweise private Grundstücke, die die Gemeinde erwerben könne. Für realisierbare und finanzierbare Vorschläge sei er immer dankbar, sagte dazu Lebedinzew. Es müssten aber sofort bebaubare Grundstücke um die 2000 Quadratmeter sein, um einen Schlichtbau für bis zu 25 Bewohner zu ermöglichen. Auch Lage und Preis müssten stimmen.
