Oldenburg - So viel Leben war lange nicht in der Bude. Vor zwei Jahren hat der Stadtjugendring sich neu aufgestellt – seitdem entwickelt sich etwas im „Haus der Jugend“.

Die jungen Erwachsenen, die dahinter stehen, darunter fünf ausgebildete Jugendleiter, sind seit Jahren in der Stadt ehrenamtlich aktiv: als Organisatoren der Langen Nacht der Mathematik, für Flüchtlinge in der Unterkunft in Tweelbäke, für die Freifunk-Initiative, die in ihrer Freizeit den W-LAN-Ausbau vorantreibt, bei „Kreativität trifft Technik“ oder auch für den Verein „Event e.V.“, der Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche auf die Beine stellt, bei denen es um den Dreiklang von Spaß, Gemeinschaft und Lernen geht.

„Wir haben in den vergangenen zwei Jahren versucht, den Laden, der brach lag, in mühevoller Kleinarbeit wieder aufzubauen“, sagt Meinert Leinigen (24), der wie der Stadtjugendring-Vorsitzende Simon Kurka (24) für sein ehrenamtliches Engagement in diesem Jahr Kandidat für den „Oldenburger des Jahres“ war. Das Haus biete „coole Möglichkeiten“, die man Kindern und Jugendlichen nun wieder eröffne, sagt Student und Stadtjugendring-Kassenwart Moritz Morawietz (23).

Inzwischen ist hier an jedem Wochentag wieder etwas los – sowohl wegen der seit Jahren bestehenden als auch wegen neuer Gruppen. Die Beschlussfähigkeit bei Vollversammlungen ist anders als in früheren Jahren heute „überhaupt kein Problem mehr“, so Kurka.

Das Spektrum reicht von den Pfadfindern der Stämme Parzifal und Kranich über die Kreativ-Spieler vom „Spieltraum“ und „Event e.V.“ bis zum Jugendrotkreuz. Dienstagnachmittags ist der Stadtjugendring selbst offen für alle. Auch das Olmun-Hauptquartier ist in diesem Jahr erstmals hier eingezogen.

Das Engagement der jungen Oldenburger zeigt sich auch äußerlich. Wo früher offenbar ein Duschbereich und dann Lager war, haben sie sich – mit einfachen Mitteln und Unterstützung der Stadt – eine nette Lounge hergerichtet: mit alten Möbeln, Beamer und Computer-Ecke.

Im „Haus der Jugend“ stehen etwa 1000 Quadratmeter für Aktivitäten zur Verfügung. Der neu aufgestellte Stadtjugendring hat, wenn das Grundstück nach dem Umzug der Jugendherberge verwertet werden sollte, bereits konkrete Pläne, um Kindern und Jugendlichen an anderem Ort noch mehr bieten zu können.

Schon jetzt lautet die erfolgreiche Botschaft an den Nachwuchs: „Kommt her, auch wenn ihr hier einfach nur Zeit verbringen wollt. Man kann aktiv am Hausleben teilnehmen oder auch nur seine Hausaufgaben machen“, sagt Kurka. „Hier lernt man Verantwortung, auch seinen Müll wegzuräumen und alles ordentlich zu hinterlassen.“ Auch Geburtstage können hier gefeiert werden.

Für Kinder und Jugendliche entwickelt sich die von-Finckh-Straße gerade zu einem „Ruhe- und Rückzugsort von jungen Menschen für junge Menschen, an dem alle miteinander reden, zusammen Spaß haben oder gemeinsam kochen“, sagt Kurka. „Essen gibt es aber erst, wenn sich vorher welche für den Abwasch gemeldet haben.“

Karsten Röhr
Karsten Röhr Redaktion Oldenburg