Ganderkesee - „Das ist schon etwas Besonderes“, sagt Dennis Hoffmann, 17 Jahre alt, aus Bookholzberg. „Schade, dass bei einigen offenbar kein Interesse besteht“, meint Tammo Heinen, ebenfalls 17, aus Ganderkesee. Beide dürfen am Sonntag erstmals in ihrem Leben wählen – und wollen davon auch Gebrauch machen.
Dennis Hoffmann ist in einer ungewöhnlichen Situation: Er absolviert seit August bei der Gemeinde eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten. Bei der Bürgermeisterwahl kann er quasi seine Chefin oder seinen Chef mitbestimmen. Zudem arbeitet der 17-Jährige seit April im Bürgerbüro des Rathauses. Dort ist er auch Ansprechpartner für alle Bürger, die per Briefwahl ihre Stimme abgeben wollen. Vor allem auf den gut 62 Zentimeter langen Europawahl-Zettel sei er oft angesprochen worden.
„Wer nicht wählt, darf sich hinterher nicht beschweren“, sagt Dennis. Der Erstwähler will am Sonntag gemeinsam mit seinen Eltern zum Wahllokal in der Oberschule gehen. Informiert hat er sich über die Wahlprogramme der Kandidaten. Ebenso wie Tammo Heinen hätte er gern auch das Europa-Parlament gewählt. Das ist allerdings erst ab 18 Jahren möglich.
Über Flugblätter und die Medien hat sich Tammo, Vorsitzender des Jugendparlaments, informiert. Besonders gut haben ihm die zwölf Antworten der Bürgermeister-Kandidaten im Fragebogen der NWZ gefallen. „Die waren echt spontan.“ Er bedauert, dass es mit Carsten Harings (parteilos) nur einen Kandidaten für das Amt des Landrats gibt. Auch im Politik-Leistungskurs am Gymnasium sei über die Wahlen diskutiert worden. Der 17-Jährige hofft, dass möglichst viele Mitschüler von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen.
Und welche Themen sind ihm wichtig? „Bildung ist ein wichtiges Thema“, sagt der Gymnasiast. Außerdem freut er sich darüber, dass beide Bürgermeisterkandidaten angekündigt haben, mehr für Jugendliche tun zu wollen. Der Schüler wünscht sich eine stärkere Unterstützung des Jugendparlaments in Ganderkesee.
Die beiden Erstwähler haben zudem eine weitere Gemeinsamkeit: Beide können sich auch durchaus vorstellen, sich später einmal politisch zu engagieren.
