Butjadingen - 60 Asylbewerberinnen und -bewerber leben derzeit in Butjadingen. Neun Flüchtlinge sollen nach Auskunft von Bürgermeisterin Ina Korter noch im Dezember aufgenommen werden. Zur Erfüllung der aktuellen Quote, die die Gemeinde zugewiesen bekommen hat, fehlen dann noch neun weitere Asylbewerber. Ina Korter geht jedoch davon aus, dass 2016 noch erheblich mehr Schutzsuchende nach Butjadingen kommen werden.
Derzeit steht noch ausreichend Wohnraum zur Verfügung, um eine Unterbringung der Flüchtlinge zu gewährleisten. Dennoch sorgt die Gemeinde in dieser Hinsicht nun weiter vor. Der Gemeinderatsausschuss für Familie, Jugend, Sport und Kultur hat bei seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen, dass der ungenutzte Jugendtreff in der früheren Grundschule Stollhamm zu einer Wohnung für Flüchtlinge umgebaut werden soll. 10 000 Euro sollen dafür im Haushalt zur Verfügung gestellt werden. Die Wohnung würde Platz für bis zu neun Flüchtlinge bieten.
100 Quadratmeter Platz
2012 hatte die Gemeinde die ehemalige Hausmeisterwohnung in der Stollhammer Grundschule als Jugendtreff zur Verfügung gestellt. 2013 wurden die rund 100 Quadratmeter auch aktiv von den Jugendlichen genutzt. Inzwischen befinden sich die jungen Leute, die sich damals für den Treff stark gemacht hatten, im Beruf oder haben zum Studieren die Gemeinde verlassen. Ergebnis: Schon seit 2014 findet keine Nutzung des Jugendtreffs mehr statt. Deshalb tat sich der Ausschuss auch nicht schwer damit, die Entscheidung für einen Umbau zu fällen.
Die Gemeinde hat Wohnraum angemietet, der aktuell noch 13 weiteren Asylbewerbern Platz böte. Zudem werde über Wohnraum verhandelt, der 30 zusätzliche Plätze bringen würde, so Ina Korter. Keine Wohnraumangebote gebe es bislang in den Ortschaften Waddens und Langwarden.
Eng wird es in der vier Kindertagesstätten in der Gemeinde. Lediglich in der Kita in Waddens gebe es noch vier freie Plätze. Die drei anderen Einrichtungen führten Wartelisten, berichtete die Bürgermeisterin. „Wir müssen damit rechnen, dass die Kapazitäten bald vollends erschöpft sind“, sagte sie.
Die Gemeinde hat mit dem Kuratorium der vier in kirchlicher Trägerschaft befindlichen Kitas über die Möglichkeit gesprochen, in der Einrichtung in Tossens eine neue Nachmittagsgruppe mit zehn Plätzen einzurichten. Für den Gemeinderat werde das im Frühjahr ein Thema werden, so Ina Korter.
Lob an Flüchtlingspaten
Ein großes Lob sprach die Bürgermeisterin den ehrenamtlichen Flüchtlingspaten aus. Inzwischen seien 34 Patinnen und Paten in Butjadingen im Einsätzen. Die Gemeinde hat zusammen mit ihnen Handlungsrichtlinien erarbeitet, die die wichtigsten Punkte der Zusammenarbeit zwischen Paten und Verwaltung regeln.
Ein rundum positives Fazit zog Ina Korter vom Fest der Begegnung, das am 11. November im Rathaussaal stattgefunden hatte (NWZ berichtete). „In der Gemeinde Butjadingen gibt es eine große Hilfsbereitschaft und ein großes Verantwortungsbewusstsein für ein gelingendes Zusammenleben mit den uns zugewiesenen Flüchtlingen“, stellte die Bürgermeisterin insgesamt fest.
