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US-WAHL: Junge Wähler sorgen für „Hillary-Debakel“

07.01.2008

WASHINGTON Sie hat das Geld (100 Millionen Dollar). Sie hat einen Beraterstab so groß wie ein Fußballteam (inklusive Ersatzbank). Sie hat Fußtruppen, die jeden Wahlberechtigten am Tag der Entscheidung notfalls mit der Limousine zum Abstimmungsort fahren. Sie hat einen Ehemann, den die demokratische Parteibasis weiter liebt und verehrt. Sie hatte die Führung in den Umfragen. Und dennoch verlor Hillary Clinton deutlich die US-Vorwahlpremiere in Iowa.

Warum? Das „Hillary-Debakel“, wie US-Medien den Erdrutsch-Sieg des farbigen Hoffnungsträgers Barack Obama bezeichnen, prägt den Countdown zur nächsten Wahlrunde an diesem Dienstag im Bundesstaat New Hampshire. Denn hier warten die Bürger nun gespannt, ob ihr – wie 1992 ihrem Mann Bill Clinton – ebenfalls ein spektakuläres Comeback gelingt. Doch die Zweifler mehren sich. „Hillary Clinton muss zeigen, dass sie inspirieren kann und neue Ideen hat,“ mahnte jetzt die „New York Times“ die Kandidatin, die noch vor Monaten als nahezu unschlagbar galt. Vor allem junge Menschen und Frauen weigerten sich in Iowa, der 60-Jährigen ihre Stimme zu geben – eine Entwicklung, die die Hillary-Strategen kalt erwischte. Bei der eigentlich als Siegesparty geplanten Schlussveranstaltung zeigte sich die Bewerberin mit aufgesetzter Fröhlichkeit, umgeben von jenen, die für ihre Qualität bürgen sollen: Der Gatte Bill, die frühere – nun pensionierte – Außenministerin Madeleine Albright, der Ruheständler und

frühere NATO-General Wesley Clark. Dazu drängelten sich jede Menge wichtige Geldgeber – ebenfalls im vorgerückten Alter. Eine Senioren-Szenerie, die den Eindruck erweckte: „Alles schon mal da gewesen,“ so ein Leitartikler der „New York Times“. Und im „Wall Street Journal“ fragt ein demokratischer Insider kritisch: „Bei dieser Wahl geht es um Jugend und Wandel. Das hat Hillary offenbar nicht begriffen.“

Der unbelastete jugendliche Newcomer Obama stünde für einen Wechsel in Washington, die frühere First Lady Hillary Clinton für das Establishment – so die häufig zu lesende Bewertung der ersten Wahlrunde in den US-Medien. Und: Die Wähler in Iowa hätten den Wunsch nach anderen, besseren Zeiten vor die Erfahrung der Senatorin gesetzt.

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