KABUL - Afghanische und ausländische Sicherheitskräfte haben den Taliban-Angriff auf das Diplomatenviertel in Kabul nach mehr als 20-stündigen Gefechten niedergeschlagen. Bei der Terroraktion kamen nach Angaben von Polizei und Schutztruppe Isaf 24 Menschen ums Leben, darunter elf Zivilisten.

US-Botschafter Ryan Crocker spielte den Angriff herunter. „Das ist keine große Sache“, sagte er in einem von der US-Botschaft verbreiteten Interview. Wenn Extremisten aus 800 Meter Entfernung „ein halbes Dutzend Granaten“ abfeuerten, sei das kein Angriff, sondern „Belästigung“ und ein „Zeichen der Schwäche“ der Aufständischen. Sechs Angreifer hatten sich am Dienstag in einem Rohbau eines Hochhauses am Abdul-Haq-Platz verschanzt. Von dort aus hatten sie die US-Botschaft und das Isaf-Hauptquartier beschossen. Erst am Mittwochmorgen gelang es Spezialeinheiten, den letzten Extremisten zu töten und die Lage unter Kontrolle zu bringen. Drei weitere mutmaßliche Selbstmordattentäter waren nach Angaben der Polizei bereits am Vortag in anderen Stadtteilen erschossen worden. Erst vor dreieinhalb Wochen hatte ein Selbstmordkommando das britische Kulturinstitut attackiert und neun Menschen getötet.