Großenkneten/Suprasl - Die Urkunden in polnischer und deutscher Sprache sind unterschrieben, jetzt fehlt es nur noch an der Beschlussfassung durch die Räte der Gemeinden Großenkneten und Suprasl. Dann ist die Städtepartnerschaft perfekt. Nach 20 Jahren enger Kontakte und vieler gegenseitiger Besuche haben sich die beiden Kommunen am Wochenende endgültig „getraut“ und feierlich den Vertrag zur offiziellen Begründung der Städtepartnerschaft zwischen den Gemeinden Suprasl und Großenkneten unterschrieben.

Das erklärte Ziel: „Die bestehenden freundschaftlichen Bindungen zwischen den Bürgerinnen und Bürgern werden weiter vertieft, um damit zur Verständigung der Völker, zur Einheit Europas und zum Frieden in der Welt beizutragen.“ Beide Seiten verpflichten sich, Partnerschaft und Zusammenarbeit durch den Kontakt und Erfahrungsaustausch zwischen Bürgern, Vereine und Institutionen, Verbänden und Unternehmen auf allen Gebieten zu fördern. Regelmäßige Begegnungen sollen dazu beitragen, das Verständnis für Lebensweise und Kultur zu unterstützen. In der Urkunde heißt es: „Im Mittelpunkt der Arbeit wird darüber hinaus das Ziel stehen, gegenseitig Toleranz zu zeigen und Fremdenfeindlichkeit und Rassismus entgegenzutreten.“

Die Unterzeichnung im Hotel Knieja war einer der Höhepunkte des Besuchs der 45-köpfigen Delegation. Für die Gastgeber unterschrieben die Ratsvorsitzende Monika Suszczynska und Bürgermeister Dr. Radoslaw Dobrowolski, für Großenkneten Bürgermeister Thorsten Schmidtke und Ratsvorsitzender Heinz Heinsen. Für letzteren war es ein besonderer Moment: Heinsen hatte sich früh für diese Partnerschaft eingesetzt. Mehrfach wurde der Ratsvorsitzende und Vorsitzende des Partnerschaftsausschusses als „Vater der Partnerschaft“ gewürdigt. Er betonte: „Mit dem politisch immer enger zusammenwachsenden Europa werden Gemeindepartnerschaften nicht überflüssig. Ganz im Gegenteil, denn dauerhafte Freundschaft kann nicht von oben verordnet werden, sie muss gehegt und gepflegt werden.“

Bei der Ankunft am Freitag hatte Thorsten Schmidtke gesagt: „Wir haben eine zweitägige Anreise hinter uns, von der uns aber kein Kilometer zu weit erschien, um hier zu Ihnen nach Suprasśl zu kommen.“ Diese Einschätzung sollte sich am Wochenende bestätigen, denn den Großenknetern wurde ein beeindruckendes Programm geboten, wie Amtsleiterin Antje Oltmanns berichtete. Die Kneter übernachteten auf dem Klostergelände in Suprasl und in der Pension Bohema. Sie genossen Abendessen mit polnischen Speisen. Dabei profitierten alle davon, dass der Einsatz einiger Dolmetscher die Verständigung und Kommunikation erheblich erleichterten.

Bei der Unterzeichnung in feierlichem Rahmen am Sonntag fehlten zwar die angekündigten Botschaftsvertreter, was aber niemand sonderlich störte. Zur musikalischen Umrahmung trugen Jagdhornbläser aus der Gemeinde Großenkneten bei.

„Der Besuch des beeindruckenden Ikonenmuseums und des traditionellen Festes Uroczysko mit Kartoffelkuchen-Weltmeisterschaft sowie dem Waldtinkturwettbewerb haben wir uns wieder ein Stück nähergebracht“, so Schmidtke. Zusätzlich wurde am Sonntag eine Kranzniederlegung am Soldenfriedhof Kopna Gora ins Programm aufgenommen.

Ein Wiedersehen in großer Runde ist bereits in Sicht: Bürgermeister Schmidtke hat die Gemeinde Suprasl beim Abschied zu einem Gegenbesuch eingeladen – voraussichtlich im Jahr 2018.

Ulrich Suttka
Ulrich Suttka Kanalmanagement