Havekost/Landkreis - Der verbeulte Schildermast am Straßenrand deutet es bereits an: Auf der Havekoster Kreuzung hat es gekracht – wieder mal. 13 000 Euro Sachschaden sind entstanden, verletzt wurde zum Glück niemand. Erst im vorigen Jahr hatte die Verkehrsunfallkommission versucht, die Kreuzung mit zusätzlichen Stop-Schildern sicherer zu machen. Doch das reiche einfach nicht aus, sagen Politiker quer durch die Parteien.
Angesichts der Unfall-Zahlen war die Kreuzung der Bundesstraße 213 mit K 342 (Havekoster Straße) und K 286 (Harpstedter Straße) Mitte 2014 als „Unfallhäufungsstelle“ eingestuft wurden. In diesem Fall hieß das: Binnen drei Jahren hatten sich hier insgesamt fünf Unfälle mit Leicht- und teils auch Schwerverletzten ereignet. Darüber hinaus gab es diverse Karambolagen, bei denen nur Blechschäden entstanden.
Die Verkehrsunfallkommission beschloss daraufhin die weiteren Stop-Schilder und vermehrte Tempomessungen. Einen Umbau der Kreuzung zum Kreisel, wie er von der UWG/FWG-Gruppe im Kreistag beantragt worden war, lehnte im November 2014 der Bau-, Straßen- und Brandschutzausschuss des Kreistages ab – zunächst wolle man abwarten, was die neuen Schilder und die Kontrollen bringen.
Indes: „Ich sehe da keine Abnahme“, schildert der Kreistagsabgeordnete und Ganderkeseer Ratsherr Günter Westermann (CDU) aus dem nahen Meierhafe seine Beobachtungen. Seit dem Ausschussvotum im November hätten sich „drei, vier“ Unfälle ereignet. Voraussichtlich noch im April werde sich die CDU-Gemeinderatsfraktion bei einer Bereisung ein Bild machen.
„Im Grunde ist die Kreuzung zu übersichtlich“, vermutet Westermann. „Man nimmt den Verkehr nicht wahr.“ So sei es zum Beispiel für Verkehrsteilnehmer aus Richtung Harpstedter Straße mitunter so, dass der aus Richtung Delmenhorst kommende Verkehr „hinter dem Holm“ verschwinde.
Nach Ansicht des Kreistagsabgeordneten und Ratsherrn Otto Sackmann (UWG) kommt hinzu, dass die Bundesstraße sehr stark frequentiert sei und dass im Kreuzungsbereich zwar Tempo 70 gilt – aber beileibe nicht von jedem eingehalten wird. Das werde von Fahrern, die die B 213 hier queren wollen, falsch eingeschätzt, sie seien überzeugt, „das schaff’ ich noch“. Sackmann kündigte an, im Ringen um einen Umbau der Kreuzung zum Kreisel nicht locker zu lassen.
Die Kreistagsabgeordnete und Ratsfrau Christel Zießler (SPD) vermisste beim bisherigen Drängen auf eine Verbesserung der Situation die nötige Konsequenz. Es sei angebracht, dass in Havekost gehandelt werde. „Wenn ein Kreisel nicht möglich ist, dann wäre eine Ampel das Mindeste.“
