Ovelgönne - Schnell war, trotz langer Tagesordnungsliste, am Donnerstagabend der öffentliche Teil der Ratssitzung der Gemeinde Ovelgönne abgehandelt. Der Rat folgte den Beschlussempfehlungen der Ausschüsse ohne lange Diskussion. Im Zuschauerraum des Ratssaals war kaum noch Platz, vor allem das Thema Windenergieanlagen lockte viele Bürger und Vertreter des Vereins Initum zur Ratssitzung und der vorangegangenen Bauausschuss-Sitzung.

Die Diskussionen zu den insgesamt fünf Windenergieanlagen-Anträgen fanden vor allem in den Ausschüssen statt, der Rat selbst sah keinen weiteren Redebedarf. Nur in der vorgelagerten Bürgerfragestunde kam das Thema mehrfach zur Sprache. So kam unter anderem die Frage auf, ob Baumfällungen in der Gemeinde schon in Verbindung mit der Planung der Anlagen stehen würde. Dies verneinte Bürgermeister Christoph Hartz, der nach seinem Urlaub selbst überrascht gewesen sei. „Wir waren an den Baumfällungen definitiv nicht beteiligt“, stellte Christoph Hartz fest.

Auf die Frage, ob dem Rat bekannt sei, dass der Braker Bauausschuss die, zu diesem Zeitpunkt noch zu beschließende, Stellungnahme der Gemeinde Ovelgönne zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 76 (Windenergieanlagenpark Hammelwarder Moor) abgelehnt habe, kam seitens der Gemeinde die Antwort: „Das war zu erwarten.“ Trotzdem stünden Gemeinde und Rat zu der Stellungnahme. „Wir müssen unseren Standpunkt deutlich machen. Wir nehmen Beeinträchtigungen unserer Bürger nicht hin“, betonte der stellvertretende Bürgermeister Dieter Kohlmann.

Zum ergänzenden Verfahren zur 23. Änderung des Flächennutzungsplanes, die die Ausweisung von Windenergieflächen zum Ziel hat, stellte der Bürgermeister auf Nachfrage noch einmal deutlich heraus, dass der Entwurf der Flächenplannutzungsänderung unverändert erneut öffentlich ausgelegt werde. Es ginge rein um einen Formfehler bei der Bekanntmachung der Auslegung, auch bisher gemachte Eingaben blieben bestehen. „Es ist die erklärte Absicht zu verhindern, dass alles komplett neu geplant werden muss“, so Christoph Hartz.

Mit Ausnahme der Anträge zur Aufhebung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nummer fünf (Erweiterung Windpark Oldenbroker Feld) und Nummer sechs (Windpark Frieschenmoor) stimmte der Rat allen Anträgen bezüglich Windenergie zu. Die beiden Aufhebungsanträge wurden zuvor schon im Bauausschuss zurückgestellt. Man wolle auf den städtebaulichen Vertrag warten, um sich Handlungsmöglichkeiten offen zu halten.

Ferner wurden die Anträge der Kirchengemeinde Vier Kirchen zur Erweiterung der Öffnungszeiten der Kita Neustadt auf ganztägig, zur Erweiterung der Ganztagsbetreuung in der Kita Ovelgönne sowie zur Einrichtung einer vormittäglichen Kleingruppe beschlossen. Ebenso wurde der Antrag auf Bau eines Radweges an der Kreisstraße 209 beschlossen. Der Antrag auf Geschwindigkeitsbegrenzung auf der B 211 im Bereich Petershörne wurde an den Landkreis weitergegeben.