Stadland - Helge Thoelen kann sich keine weitere Zusammenarbeit mit Andrea Arens in der schwarz/grünen Mehrheitsgruppe vorstellen. Das sagte der Ratsherr und Sprecher des Grünen-Ortsverbandes Stadland im Gespräch mit der NWZ .
Wie berichtet, hat die 46-jährige Schweier Ratsfrau, die als Parteilose der CDU-Fraktion angehört, am Freitag ihre Kandidatur bei der Bürgermeister-Wahl am 28. September bekanntgegeben. CDU und Grüne unterstützen aber den Bewerber Christian Säfken. Arens kritisierte bei der Bekanntgabe ihrer Kandidatur den Führungsstil des Fraktionsvorsitzenden Günter Busch; der hat bislang noch nicht öffentlich auf die Vorgänge reagiert.
Anders Helge Thoelen. Er sagte im Gespräch mit der NWZ , die schwarz/grüne Gruppe werde nach diesen Ereignissen „nicht schockartig zusammenkommen“, sondern die turnusmäßige Sitzung am Montag, 18. August, abwarten, in der die nächsten Ausschuss-Sitzungen vorbereitet werden sollen. Dabei werde es sicher auch um Andrea Arens gehen; er werde aber keinen Ausschluss-Antrag stellen.
Fragile Mehrheit
Auf die Frage nach der Zukunft der schwarz/grünen Mehrheit im Rat, die ja nur zusammen mit dem parteilosen Bürgermeister Boris Schierhold gegeben ist, sagte Thoelen, diese Mehrheit werde auch mit Andrea Arens fragil sein.
In einer schriftlichen Stellungnahme, die er ausdrücklich als persönliche Äußerung verstanden wissen will, setzt sich Helge Thoelen kritisch mit der Ratsarbeit und der Kandidatur von Andrea Arens auseinander. Er frage sich, warum sie nicht früher den Hut in den Ring geworfen und offen um die Unterstützung von CDU und Grünen geworben habe und warum sie „nie selbst aktiv ihre Ambitionen in der Kandidatenauslese angemerkt“ habe. Stattdessen habe sie fast bis zum letzten Augenblick mit der Bekanntgabe ihrer Kandidatur gewartet.
Helge Thoelen glaubt, dass eine Mischung aus gekränkter Eitelkeit und Trotzreaktion Andrea Arens zu ihrer Kandidatur getrieben hat. Gekränkte Eitelkeit, weil sich Andrea Arens zwar selbst als geeignete Kandidatin sehe, aber nachweislich von keinem der kommunalen Entscheidungsträger wirklich für dieses Amt in Betracht gezogen worden sei.
„Ein-Thema-Politik“
Ihre Trotzreaktion speise sich aus dem einzigen wirklichen Thema, das sie sich in drei Jahren Ratsarbeit auf die Fahnen geschrieben habe: dem Kindergarten Schwei. Dieses Engagement sei ehrenwert. Wenn es aber dazu führe, dass aus dem ehrenamtlichen Engagement mit dem öffentlichen Amt einer Ratsfrau purer Lobbyismus werde, dann komme es zwangsläufig zu Entscheidungsproblemen.
In Stadland gebe es aber mehrere Kindergärten, von denen keiner bevorzugt oder benachteiligt werden dürfe. „Dass diese Entscheidungen nicht immer leicht fallen und oft Lösungen nach gefundenen Kompromissen darstellen, ist wohl jedem bewusst“, schreibt Helge Thoelen weiter. „Vor diesem Hintergrund verdeutlicht Frau Arens mit ihrer Kandidatur lediglich, dass sie nicht in der Lage ist, diese Zusammenhänge zu verstehen und in ihnen zu denken, sondern hält an ihrer kompromisslosen ,Ein-Thema-Politik‘ fest – nun als Bürgermeister-Kandidatin.“
Die Begründung ihrer Kandidatur sei somit in erster Linie als vorgeschoben zu werten. In zweiter Linie diskreditiere Andrea Arens die bisherige Arbeit des gesamten Rates und der CDU/Grünen-Gruppe – und damit unbewusst auch ihre eigene Person. Helge Thoelen: „Verlässlichkeit wäre eine wichtige Eigenschaft für einen zukünftigen Bürgermeister – Frau Arens demonstriert, dass sie über diese Eigenschaft nicht verfügt.“
