• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
E-Paper wird an diesem Freitag für Sie freigeschaltet
+++ Eilmeldung +++
Aktualisiert vor 37 Minuten.

Mögliche Verzögerungen Bei Gedruckter Nwz
E-Paper wird an diesem Freitag für Sie freigeschaltet

NWZonline.de Nachrichten Politik

Revolution im Geiste der Freiheit

04.10.2019

Kiel Die Deutschen, ein Volk, das unter einem „befremdeten Maß an Unfreiheit, Unmündigkeit und dumpfer Untertänigkeit“ leide, wie es ihnen einst Thomas Mann wenige Tage nach Ende des Zweiten Weltkriegs in seiner berühmten Rede „Deutschland und die Deutschen“ bescheinigt hatte, weil das Land nie eine Revolution gehabt habe? Der Literaturnobelpreisträger habe leider nicht mehr 44 Jahre nach seinen Gedanken die gelungene friedliche Revolution in der DDR erlebt, „eine Revolution im Geiste der Freiheit“, erinnert Angela Merkel am Donnerstag bei der Einheitsfeier in Kiel vor allem an den Herbst 1989. Damals hätten sich die Menschen erhoben, ihre Angst überwunden und die Spielregeln des Untertanen- und Unrechtsstaates außer Kraft gesetzt.

Gleich zu Beginn würdigt die Kanzlerin vor allem jene, die den entscheidenden Anteil an der Überwindung der Teilung gehabt hätten, lobt die Leistungen der mutigen Ostdeutschen am Fall der Mauer. Sie wolle zunächst in dieser Stunde „ganz besonders an die Opfer der SED-Diktatur denken, an die, die ihr Leben bei Fluchtversuchen verloren hatten wie auch an die, die benachteiligt, verfolgt, inhaftiert worden waren“, sagt Merkel, die selbst im Osten aufgewachsen ist. „Sie sollten wir nie vergessen, auch an einem Tag der Freude wie heute nicht“, mahnt die Kanzlerin und es gibt Beifall der Ehrengäste in der Kieler Ostseehalle. Dort hatten sich die Spitzen aus Politik und Gesellschaft zum Festakt versammelt, darunter auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, Bundesratspräsident Daniel Günther und der Präsident des Bundesverfassungsgerichts Andreas Voßkuhle.

Die friedliche Revolution 1989 habe nur gelingen können, „weil sich viele Frauen und Männer die Mündigkeit, die Thomas Mann so vermisst hatte, nicht mehr länger vorenthalten lassen wollten“, sagte die Regierungschefin in ihrer Rede am Donnerstag beim zentralen Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt. So hätten sich während der friedlichen Revolution im Herbst 1989 Hunderttausende auf die Straßen gewagt, friedlich für Demokratie demonstriert und die Mauer zu Fall gebracht. Neben dem Mut der DDR-Bürger gelte es, „auch die Staatskunst und die Weitsicht von Staatsmännern wie Willy Brandt, Helmut Kohl und Hans-Dietrich Genscher voller Dankbarkeit zu würdigen“, so Merkel.

Viel sei in den 29 Jahren nach der Einheit erreicht worden, würdigt die Kanzlerin den Prozess. In West und Ost seien die Menschen zufriedener als je nach der Wiedervereinigung. „Wir wissen auch, dass das nicht die ganze Wahrheit ist. Zur Bilanz gehört auch, dass sich die Mehrheit der Ostdeutschen als Bürger zweiter Klasse fühlt“, verwies Merkel auf entsprechende Meinungsumfragen. Viele Ostdeutsche würden die Einheit nicht nur mit positiven Erfahrungen verbinden.

Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2018
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.