Bad Zwischenahn - Kritik und Enttäuschung nach der Nichtbeteiligung der Gemeinde an einem Wettbewerb zum Gewinn eines Traumspielparks im Wert von 140 000 Euro (die NWZ berichtete). Vor allem in sozialen Netzwerken wurde von Eltern die vertane Chance kritisiert. Aber auch Parteien meldeten sich zu Wort.
Die SPD möchte das Thema „Spielplatz“ kurzfristig in der öffentlichen Sitzung des Straßen- und Verkehrsausschusses an diesem Dienstag (19 Uhr, Haus Brandstätter, Am Brink 5) diskutieren. Die Tagesordnung soll um den Punkt „Neugestaltung des Spielplatzes im Strandpark“ ergänzt werden, heißt es in einem Antrag. Auch einen Beschlussvorschlag liefert Fraktionsvorsitzender Henning Dierks mit: „Die im Rahmen der Neukonzeption des Kurparks vorgesehene Attraktivierung des bestehenden Kinderspielplatzes beim Strandpark wird gemeinsam mit interessierten Eltern und deren Kindern aus Bad Zwischenahn entwickelt. Dies betrifft insbesondere die Anordnung und Auswahl der Spielgeräte.“
Die Nichtteilnahme der Gemeinde an der Traumspielpark-Aktion des Radiosenders FFN habe bei vielen Bürgern Unverständnis und Verärgerung ausgelöst, so Dierks. Bürgermeister Dr. Arno Schilling (SPD) hatte eine Teilnahme an dem Wettbewerb abgelehnt, da der Traumspielpark seiner Meinung nach nicht in den Strandpark und zu den Planungen der Umgestaltung des Kurparks passe.
„Selbst wenn der Strandpark aufgrund der bisherigen konzeptionellen Überlegungen nicht der geeignete Platz für den FFN-Spielplatz gewesen wäre, so hätte es sicherlich einen anderen Ort für diesen gegeben“, heißt es von der SPD. Von einer Teilnahme hätten Kinder profitieren können, aber auch die Gemeinde. Dierks tritt allerdings deutlich Kritik entgegen, die Gemeinde sei nicht kinderfreundlich.
Kritik an der Nichtbeteiligung kam auch von der UWG: Die Bewerbung ohne Einbindung des Bürgermeisters und der Gemeinde sei zwar ein Fehler gewesen. Dennoch sei die Idee gut gewesen. Ob das Piratenschiff in den Badepark am Strandcafé passt, hätte man nach einem möglichen Gewinn im Rahmen einer Einwohnerinformation klären können, so Fraktionsvorsitzender Diethard Dehnert. Es gehe der UWG nicht nur um den Standort, sondern um ein „positives Signal als Gemeinde, in der Kinder geschätzt und willkommen sind“.
Auch CDU-Parteichef Stefan Pfeiffer äußerte sich „sehr enttäuscht“ über die Vorgehensweise Schillings. „Er hätte die Politik fragen müssen.“ Die Parteien versuchten alles, um Kandidaten für die Kommunalwahl zu gewinnen – „da sind solche Alleingänge kontraproduktiv“. Der Sprecher der ÖDP-Kreisgruppe Ammerland, Martin F. Dreß, forderte einen „kommunalen Familienbeirat“.
