KINSHASA/KABUL - KINSHASA/KABUL/AFP/DPA - Das Hauptkontingent der Bundeswehr für den Kongo-Einsatz ist nach Afrika aufgebrochen. 60 Soldaten flogen am Montag von Köln aus nach Libreville in Gabun, wie ein Bundeswehr-Sprecher sagte. Die Verlegung der Soldaten soll insgesamt rund anderthalb Wochen dauern. Am Ende sollen 780 Bundeswehr-Soldaten im Kongo und in Gabun stationiert sein. Sie gehören zu den rund 2000 EU-Soldaten, die die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen am 31. Juli im Kongo absichern sollen.

Zu den ersten Soldaten des Hauptkontingents gehörten Angehörige verschiedener Einheiten, darunter Sanitäter und Angehörige des Führungsstabes. Sie sollen in Gabuns Hauptstadt Libreville stationiert werden.

Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Reinhold Robbe (SPD), wies darauf hin, dass Ausbildung und psychologische Vorbereitung für den Einsatz kurz gewesen seien. Zwischen dem Beschluss des Bundestages zum Kongo-Einsatz am 1. Juni und der Verlegung nach Afrika sei nur wenig Zeit gewesen. Die spezielle Ausbildung für den Kongo sei deshalb „sehr komprimiert“ gewesen. Es sei aber mit allen Soldaten intensiv gesprochen worden. „Die Praxis wird nun zeigen, ob die Vorbereitung ausreichend ist.“ Da es der erste derartige Einsatz in Afrika sei, gingen die Soldaten „auch mit gemischten Gefühlen“ in die Mission.

Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz, sagte, der Kongo-Einsatz sei schlecht geplant. „Die Ansätze der EU sind gut gemeint, aber nicht gut gemacht.“ Die für das deutsche Kontingent aufgewendeten 56 Millionen Euro hätten „besser für Schulen im Kongo ausgegeben“ werden sollen.

Unterdessen ist die Bundeswehr in Afghanistan erneut Ziel eines Anschlags geworden. Drei Panzerfaustgranaten seien am Sonntagabend auf den Bundeswehrstützpunkt „Camp Warehouse“ in der Hauptstadt Kabul abgefeuert geworden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Thomas Raabe, am Montag in Berlin. Niemand sei verletzt worden.