Barßel - Der Rücktritt des Oberhauptes der katholischen Kirche hat viele Menschen überrascht. So auch Diakon Albert Lüken aus Barßel-Neuland, der gerade sein Theologiestudium am Pontificium Collegium Germanicum et Hungaricum in Rom absolviert.

„In Italien spürt man überall eine gewisse Erstauntheit über den Rücktritt von Papst Benedikt. Die Ankündigung kam wie aus heiterem Himmel“, berichtet Albert Lüken, der am 10. Oktober 2013 in Rom zum Priester geweiht wird. Ihn habe die Nachricht vom Rückzug des Papstes überrascht. „Damit habe ich nicht gerechnet. Eigentlich bin ich über die Entscheidung sprachlos“, sagte der ehemalige Schüler des Friesoyther Albertus-Magnus-Gymnasiums (AMG) im Gespräch mit der NWZ . Obwohl er sich vor Ort in Rom aufhalte, habe im Vorfeld überhaupt nichts darauf hingedeutet, dass der Papst seinen Rücktritt vom Amt erklären werde.

Er habe die Entscheidung des 85-jährigen Kirchenoberhaupts am Montag gegen Mittag über Facebook mitgeteilt bekommen. „Danach ist heftig getwittert worden“, so Albert Lüken. Eines sei für ihn und viele Menschen in Rom erkennbar: Die Entscheidung von Papst Benedict XVI. sei noch nicht in allen Köpfen begreifbar. „Der unerwartete Rückzug zeigt aber auch die menschliche Seite des Papstes, die man sonst wohl nicht so kennt. Man muss auch die Person Joseph Ratzinger vom Amt des Papstes trennen können“, sagt Diakon Lüken.

Der Rücktritt zeige, dass der 85-jährige gebürtige Bayer nicht an seinem hohen Amt hänge. Das sei für ihn schon bewundernswert, meinte Lüken. „Es ist ein Abschied eines Menschen, der sich für die Kirche eingesetzt hat. Einer, der ihre Strukturen wohl besser kennt als viele andere“, so der 27-jährige Theologiestudent aus Neuland. Über die Gründe des Rücktritts werde auch in Rom und in den Priesterkreisen viel spekuliert. Sicherlich sei der Gesundheitszustand einer der Hauptgründe.

Papst Benedikt hat Lüken bisher nur einmal persönlich getroffen und die Hand reichen dürfen, als er im Rahmen der Papstmesse in der Lateran-Basilika eine Fürbitte in deutscher Sprache halten durfte.