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Zukunft der Bildungslandschaft Warum die „Katholikenquote“ an kirchlichen Schulen fallen soll

Schüler einer fünften Klasse benutzen im Unterricht einen Laptop.  Die Schulstiftung St. Benedikt (Vechta) setzt sich für ein Ende der „Katholikenquote“ ein.

Schüler einer fünften Klasse benutzen im Unterricht einen Laptop. Die Schulstiftung St. Benedikt (Vechta) setzt sich für ein Ende der „Katholikenquote“ ein.

Reinhardt/dpa

Vechta/Hannover - Kirchliche Schulen können sich über mangelnde Nachfrage nicht beklagen. Ganztagsschule mit Mittagessen, das fächerverbindende Lernen sowie reformpädagogische Unterrichtskonzepte sind attraktiv für Jugendliche und Lehrkräfte. Auch die vier kirchlichen Oberschulen in Wilhelmshaven, Oldenburg, Vechta und Cloppenburg mit ihren insgesamt 2000 Schülerinnen und Schülern haben einen guten Ruf. Trotz gestiegener Nachfrage befürchten die Schulleitungen aber Probleme. Sie plädieren für die Abschaffung der sogenannten „Katholikenquote“.

Vereinbarung von 1965

Darum geht es: Die Vereinbarung mit dem Land Niedersachsen von 1965 regelt, dass katholische Schulen mindestens 70 Prozent katholische Schüler und Lehrer haben müssen. „An Standorten wie Wilhelmshaven oder Oldenburg spiegelt das aber schon lange nicht mehr die konfessionelle Verteilung in der Bevölkerung wider“, sagt Ludger Heuer von der Schulstiftung St. Benedikt (Vechta). Zwar bestehe die Möglichkeit, zeitlich befristet von der Quote abzuweichen, wenn mehr Schüler mit Migrationshintergrund oder sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf aufgenommen werden. Doch auch eine befristete Quote von 60:40 oder 50:50 reicht nach den Worten von Uwe Kathmann, Vorstand der Schulstiftung, nicht mehr aus. „Die Quote führt inzwischen dazu, dass wir immer häufiger Schüler ablehnen müssen, weil sie nicht die katholische Konfession haben. Das verstehen weder die Kinder noch die Eltern.“ Mit der Landesregierung sei man darüber schon lange im Gespräch. „Bisher noch erfolglos,“ bedauert Kathmann.

Gespräch mit Land

Derzeit gibt es in Niedersachsen 14 sogenannte Konkordatsschulen, die auf einer Vereinbarung des Landes mit dem Heiligen Stuhl beruhen. „Gegenüber anderen Schulen in freier Trägerschaft sind die Konkordatsschulen privilegiert“, erklärt Sebastian Schumacher, der Sprecher des Kultusministeriums in Hannover. Das Land zahle die vollen Personalkosten und einen Sachkostenzuschuss. Die anderen Schulen in freier Trägerschaft erhielten nur einen Zuschuss zu den Betriebskosten. Das Kultusministerium führe derzeit Gespräche mit dem Katholischen Büro Niedersachsen über die Entwicklung bei der Konfessionszugehörigkeit. „Eine abschließende Meinungsbildung oder gar Entscheidung gibt es noch nicht“, betont Schumacher. In jedem Fall sei der besondere konfessionelle Charakter der Konkordatsschulen zu wahren, um eine Privilegierung zu rechtfertigen.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent
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