Cloppenburg - Nach dem wochenlangen Streit um die Beseitigung einer Kostenlücke von 187 000 Euro beim geplanten Bau des Sankt-Andreas-Kindergartens (die NWZ berichtete) steht der Stadt nun möglicherweise neuer Ärger ins Haus. Beim anvisierten Bau einer Krippe im evangelischen Integrations-Kindergarten „Die Arche“ könnte sich ein Fehlbetrag von rund 145 000 Euro auftun, hieß es seitens der Verwaltung am Mittwochabend bei der Sitzung des Ausschusses für Familie, Soziales, Jugend, Sport, Kultur und Markt.
Drei wesentliche Ursachen für das Problem wurden benannt: 1. Obwohl das Arche-Gebäude an der Fontanestraße der Stadt Cloppenburg gehört, will die Verwaltung – wie sonst auch – einen 20-prozentigen Baukostenzuschuss vom Träger für die geplante Aufstockung des Hauses haben. Ob sich die Diakonie mit dieser Regelung einverstanden erkläre, solle in Kürze ausgelotet werden, erklärte Erster Stadtrat Andreas Krems.
2. Außerdem wurden in der Vergangenheit maximal immer nur die Kosten, die der Landkreis bei Krippenbauten ansetzt, als Höchstgrenze anerkannt.
3. Bei den Baunebenkosten – so die Verwaltung – seien inzwischen 25 statt 20 Prozent anzusetzen, so dass die Aufstockung insgesamt statt 505 000 Euro nun 560 000 Euro kosten soll.
Ausschussmitglied Martina Reichel-Hoffmann (Bündnis 90/ die Grünen) will nun einen zeitraubenden Streit wie beim St.-Andreas-Kindergarten unter allen Umständen vermeiden. Schließlich sei bereits im Sommer vergangenen Jahres die integrative Betreuung von unter dreijährigen Kindern in der Arche vom Rat beschlossen worden.
Wie auch immer: Erster Stadtrat Krems wurde vom Ausschuss damit beauftragt, bei der nächsten Fachausschuss-Sitzung über die schlussendliche Aufteilung des Defizits zu berichten. Und wenn sich die Diakonie weigern sollte, die 20 Prozent zu übernehmen – so fasste es Jutta Klaus (UWG) für sich zusammen –, dann werde die Stadt die Trägerschaft für die Kindertagesstätte übernehmen. Denn die Krippe bei der Arche solle auf jeden Fall gebaut werden.
