Wüsting/Hude - Die dringend erforderliche Erweiterung des Kindergartens Wüsting um 18 Plätze bereits zum August 2016, wird nun doch nicht mit einer mobilen Variante mit einem „Schlichtbau“ auf dem Skaterplatz hinter dem Kindergarten erfolgen. Die Mehrheit des Huder Rates ist stattdessen am Donnerstag der Empfehlung des Verwaltungsausschusses gefolgt, wonach die erforderlichen Räume durch die Auslagerung des bislang angegliederten Jugendzentrums und den Umbau in diesem Bereich geschaffen werden sollen.
Wie die NWZ berichtete, hatte der Ausschuss für Jugend, Sport, Soziales und Sicherheit am Montagabend noch die Empfehlung gegeben, einen Schlichtbau (Holzrahmenbau) als Übergangslösung in Wüsting zu errichten.
Wilfried Siems (CDU) machte am Donnerstag deutlich, dass die Kosten für einen Schlichtbau im sechsstelligen Bereich anzusiedeln seien. Und auch der Kauf eines Containers würde schnell mit bis zu 80 000 Euro zu Buche schlagen. Für den Kindergarten selbst sei der Umbau des Jugendzentrums die bessere Lösung. Siems sprach von rund 50 000 Euro für diese Variante. Die Einrichtung könne so ihr Konzept der offenen Gruppenstruktur beibehalten, pflichtete ihm Dieter Dalle (FDP) bei. Dalle begrüßte es ausdrücklich, das „ein falscher Weg“, der am Montag vom Fachausschuss eingeschlagen worden sei, nicht zu Ende gegangen werde. Zugleich begrüßte er den geplanten Umzug des Jugendzentrums in ein leerstehendes Geschäftshaus in der Ortsmitte Wüstings, wo im oberen Bereich Flüchtlingswohnungen eingerichtet werden. Daraus könne sich ein sehr interessantes Integrationsprojekt entwickeln, so Dalle.
Friedrich Schnabel (CDU) und sein Fraktionskollege Carsten Möhlenbrock sahen es hingegen anders. Der Beschluss vom Montag sei die bessere Lösung, sagte Möhlenbrock. Schnabel bemängelte, dass die Kosten für die Umsiedlung des Jugendzentrums und den Umbau der bisherigen Räume für den Kindergarten nicht konkret benannt werden könnten und möglicherweise aufgrund vieler unbekannter Faktoren sehr hoch ausfallen könnten. Es wäre besser gewesen, auf der Skateranlage etwas Mobiles übergangsweise zu errichten.
Die Lösung mit dem Umbau der Jugendzentrumsräume sei nicht optimal, aber alle Kinder blieben in einem Gebäude, meinte wiederum Hilko Finke (Grüne).
Der Antrag von Carsten Möhlenbrock, doch wieder zu der mobilen Übergangsvariante (Schlichtbau oder Container) zurückzukehren, fand keine Mehrheit. Mit 19 Ja-Stimmen, sechs Gegenstimmen und vier Enthaltungen wurde stattdessen beschlossen, die benötigten Räumlichkeiten durch Verlagerung des Jugendzentrums zu schaffen.
Einmütigkeit herrschte hingegen darüber, dass kurzfristig eine vierte Kindergartengruppe mit bis zu 18 Plätzen in Wüsting eingerichtet werden soll. Das wurde ebenso einstimmig vom Rat beschlossen, wie der Auftrag an die Verwaltung, dass geprüft werden soll, ob auf einem gemeindeeigenen Grundstück in Wüsting-Süd bei nachgewiesenem Bedarf eine weitere Kindertagesstätte als langfristige Lösung möglich ist.
Wie die NWZ berichtete, war dieser Vorschlag im Fachausschuss am Montagabend von Carsten Möhlenbrock gemacht worden, weil die Gemeinde eine weitere Wohnbau-Entwicklung in Wüsting-Süd plant.
