Wüsting - Einig waren sich alle Mitglieder des Ausschusses für Jugend, Sport, Soziales und Sicherheit, dass am Kindergarten in Wüsting zum neuen Kindergartenjahr 18 zusätzliche Plätze geschaffen werden sollen. Über die Frage, wie die Erweiterung erfolgen soll, gab es Diskussionen, und sogar eine Sitzungsunterbrechung war erforderlich.
Am Ende wurde der Antrag von Friedrich Schnabel (CDU) bei einer Enthaltung angenommen. Als sofortige Lösung soll ein „Schlichtbau“ (Holzrahmenbau) bis August errichtet werden. Möglicher Standort wäre der Skaterplatz hinter dem Kindergarten. Die Ausschussmehrheit sprach sich auf Antrag von Wilfried Siems (CDU) auch dafür aus, keine Container aufzustellen.
Der „Schlichtbau“ am Kindergarten soll dabei nur eine Übergangslösung darstellen. Die Verwaltung soll auf Anregung von Carsten Möhlenbrock (CDU) als langfristige Lösung zur Schaffung neuer Kita-Plätze in Wüsting nach einem Grundstück in Wüsting-Süd Ausschau halten, um dort einen Neubau für eine zweite Kita im Ort zu errichten.
Auch das fand Zustimmung im Ausschuss. „Da wo die Menschen leben“, begrüßte unter anderem Ausschussmitglied Jörg Kreusel diesen Vorschlag. Denn Wüsting soll, so war herauszuhören, auch künftig weiter wachsen durch neue Baugebiete im Süden.
Und wer durch Ausweisung von Bauland junge Familien anlockt, der muss auch für die entsprechende Infrastruktur sorgen. Es gebe sogar eine „Bringschuld“ der Gemeinde, sagte dazu Michael Grashorn von den Grünen.
Dass in Wüsting Krippen- und Kindergartenplätze fehlen, sei in diesem Ausmaß nicht vorhersehbar gewesen, so die Verwaltung. Wobei es vor allem Kindergartenplätze sind: Bedingt wiederum dadurch, dass „Kann-Kinder“ noch nicht in die Grundschule wechseln, sondern ein Jahr länger im Kindergarten bleiben.
Weil dadurch Kindergartenplätze fehlen, wechseln viele Krippenkinder, die drei Jahre alt werden, wiederum nicht in den Kindergarten und bleiben in der Krippe. Das sind laut Fachbereichsleiterin Ramona Dahms nach derzeitigem Stand elf Kinder.
Mit der Erweiterung der Kindergartenplätze hofft die Gemeinde nun, dass sich zum 1. August 2016 für die betroffenen Eltern die Situation entspannt und für alle, die ihn benötigen, ein Krippen- beziehungsweise Kindergartenplatz zur Verfügung steht. Notfalls auch in Form einer Übergangslösung, wenn die Erweiterung in Wüsting nicht zum 1. August zu realisieren ist und ein paar Wochen länger dauert. Das versprach Bürgermeister Holger Lebedinzew den zahlreichen Eltern, die die Sitzung verfolgten und viele Fragen hatten.
Allerdings müssten zwei oder drei Krippenkinder aus Wüsting zur etwa sechs Kilometer entfernten Krippe in Altmoorhausen ausweichen, so Fachbereichsleiterin Ramona Dahms zur NWZ.
