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Azubis sollen früh ran Kita-Krise in Niedersachsen – CDU will mehr Flexibilität

Erzieherinnen arbeiten mit Kindern in einer Kindertagesstätte. Nicht mehr überall können die Betreuungszeiten gewährleistet werden.

Erzieherinnen arbeiten mit Kindern in einer Kindertagesstätte. Nicht mehr überall können die Betreuungszeiten gewährleistet werden.

dpa-Archiv

Hannover - Angesichts eines massiven Mangels an Fachkräften sowie von Betreuungsproblemen in den niedersächsischen Kitas fordert die CDU-Opposition die Landesregierung zu Sofortmaßnahmen auf. Damit könne man nicht bis zum sogenannten Kita-Gipfel am 25. Mai warten, sagte CDU-Fraktionschef Sebastian Lechner in Hannover. Konkret fordert die Union, das Kita-Gesetz zu ändern, um mehr Personal zu gewinnen.

Noch unter der Großen Koalition war eine „dualisierte Ausbildung“ angeschoben worden. Dafür stünden im Landeshaushalt Mittel für 2000 Stellen zur Verfügung, so Lechner. Doch die Kommunen wüssten gar nicht, wie sie das Geld einsetzen sollen und würden es eher für Fortbildungen nutzen. Die Idee der „dualen Ausbildung“ sei es aber, dass angehende Erzieherinnen in den Kindergärten „schon vom ersten Tag ihrer Ausbildung“ an in den Kitas eingesetzt werden und auch eine Ausbildungsvergütung erhalten, erklärte die Parlamentarische Geschäftsführerin Carina Hermann.

Zweistufige Ausbildung

Zum Hintergrund: Bisher müssen Mitarbeiter, die Erzieher in den Kitas werden wollen, eine zweistufige Ausbildung absolvieren. Nach den ersten zwei Jahren werden sie zu „Sozialassistenten“, nach weiteren zwei Jahren Erzieher. Die CDU schlägt nun vor, die 2000 geförderten Plätze für die „dualisierte Ausbildung“ um 600 zu erhöhen. Dafür müssten 5 Millionen Euro im Nachtragshaushalt bereitgestellt werden. Während der „dualisierten Ausbildung“ müssten die Azubis mindestens 15 Stunden in der Woche in den Kitas tätig sein. Um Theorie und Praxis besser unter einen Hut zu bekommen, könnten Lechner zufolge die Kräfte auch verstärkt in den Ferienzeiten eingesetzt werden – wenn die schulische Ausbildung an den Berufsbildenden Schulen ruht. Ein anderer Weg wäre, das Kontingent auf 10 Stunden abzusenken, um die Lösung für die BBS praktikabler zu machen.

Standards senken?

Angesichts des Personalmangels riet Lechner, für eine Übergangszeit die hohen Qualitäts-Standards für die Kitas herunterzuschrauben. Bis 2027 sollte in den sogenannten „Randzeiten“ morgens und nachmittags auch den Einsatz von nicht-pädagogischen Fachkräften zu ermöglichen. Die Hilfskräfte sollten auch Vertretungen gewährleisten. „Was nützen uns die Qualitätsstandards, wenn man am Ende keine Leute findet – und deshalb der Kindergarten geschlossen werden muss?“, fragte Lechner. Bei der Beratung des Nachtragshaushalts an diesem Mittwoch, 3. Mai, im Landtag will die CDU entsprechende Änderungsvorschläge einbringen.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent
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