Altona - Die Gemeinde Dötlingen steigt in das öffentliche Bauleitverfahren zur Steuerung von Tierhaltungsanlagen an. Das hat der Rat am Donnerstagabend in seiner Sitzung im Hotel Gut Altona mit breiter Mehrheit beschlossen. Die 16 Ja-Stimmen kamen geschlossen von CDU, SPD, FDP sowie Bürgermeister Ralf Spille. Kritisch sahen das Vorgehen die Grünen. Gabriele Roggenthein und Sarah Orth lehnten den Aufstellungsbeschluss ab, Evelyn Schürmann enthielt sich.

Bürgermeister Ralf Spille stellte das Thema eingangs ausführlich vor. Mit dem neuen Bebauungsplan Nr. 77 sollen Bereiche festgelegt werden, die von der Bebauung mit Tierhaltungsanlagen frei gehalten werden sollen. „Das war unser Ziel 2013, als wir mit dem Prozess begonnen haben und dem alle Fraktionen zugestimmt haben. Diesem Ziel wollen wir mit dem heutigen Beschluss ein Stück näher kommen“, so Spille vor der Abstimmung.

Er dankte allen Beteiligten für die sachlichen Gespräche und äußerte den Wunsch, „ein gutes Ergebnis für alle Beteiligten zu erzielen“. Insbesondere die privilegierten Landwirte würden mit diesem B-Plan einen Teil ihrer Freizügigkeit abgeben müssen. Dafür würden ihnen aber Flächen in Hof- beziehungsweise Betriebsstandortnähe ausgewiesen, die ihnen – zum Teil unter Auflagen – eine Erweiterungsmöglichkeit bieten, erläuterte der Bürgermeister.

Den 19 nicht mehr privilegierten Betriebe, die trotz dieser Bauleitplanung für ihre Erweiterungsvorhaben einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan benötigen, sei das bewusst. Sie hätten eine Vorprüfung für ihren Standort, somit könnten sich eventuelle Verfahren verkürzen. Spille: „Von daher muss bei Bauwünschen dieser Betriebe in jedem Einzelfall das geplante Vorhaben noch einmal in ein öffentliches Verfahren.“

Zu der Kritik am Vorgehen der Gemeinde sagte der Bürgermeister: „Alle, die glauben, dass jetzt ein massiver Bau von Ställen einsetzen wird, kann ich beruhigen.“ Es werden den Landwirten die geplanten Erweiterungsmöglichkeiten für die kommenden Jahre aufgezeigt. „Ob sie denn überhaupt angeschoben werden, hängt in erster Linie von den wirtschaftlichen Aussichten ab, die die einzelnen Betriebsinhaber sehen“, so Ralf Spille. Zum anderen müssten es gar nicht zwingend Ställe mit zusätzlichen Tieren sein. Es könne sich ebenso um Ställe handeln, damit die aktuelle Tierdichte reduziert werde, auch Lagerhallen, Siloplatten, befestigte Hofflächen und andere Bauten seien möglich.

Ulrich Suttka
Ulrich Suttka Kanalmanagement