Burhave - Auch eine Unterschriftenliste, mit der sich rund 450 Bürger und Gäste gegen das Projekt aussprechen, blieb erfolglos: Mit deutlicher Mehrheit beschloss der Butjadinger Gemeinderat die Erweiterung des Burhaver Ferienparks „Am Meer“ auch mit mehrgeschossigen Gebäuden. In der öffentlichen Sitzung am Donnerstagabend im Burhaver Rathaussaal votierten bei drei Stimmenthaltungen 14 Ratsmitglieder dafür und nur zwei dagegen.

Die Entscheidung des Rates vor rund 120 Zuhörern, darunter sowohl Gegner als auch Befürworter des Vorhabens, beinhaltet nicht nur die Einleitung der weiteren Verfahrensschritte, zu denen die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung in Form einer Bürgerversammlung gehört. Auch nahm der Rat mit seinem Beschluss die vor wenigen Wochen vorgestellte Detailplanung zustimmend zur Kenntnis.

Die K. Dihstelhoff Immobilien GmbH & Co.KG möchte auf dem rund drei Hektar großen Areal zwischen ihrem bestehenden Ferienpark „Am Meer“ und dem Burhaver Deich insgesamt 134 Ferienwohnungen in drei sechs- und fünfgeschossigen Gebäuden sowie in 39 ein- und zweigeschossigen Fischerhäusern errichten.

Über die Höhe der Gebäude könne man streiten, das gute Konzept der Planer sei aber pfiffig, so die Meinung des Grünen-Fraktionschefs Jürgen Sprickerhof. Er ist davon überzeugt, dass die attraktiven Gebäude mehr Gäste nach Burhave locken, wovon auch die Geschäfte im Ort profitieren werden. Nicht sicher ist sich Jürgen Sprickerhof jedoch, dass dem Investor die Realisierung des Vorhabens gelingt.

Er stimme dem Ratsbeschluss zu, zumal damit noch gar nicht feststehe, wer, wann und wie baut. Dazu seien noch viele Gespräche mit dem Investor erforderlich, sagt Bürgermeister Rolf Blumenberg. Eine Weiterentwicklung des Tourismus sei erforderlich und an dieser Stelle in Burhave möglich, auch mit einer über die bisherige zweigeschossige Bauweise hinausgehenden Bebauung.

Christoph Muth (CDU) wies darauf hin, dass der Gemeinderat nicht aufgrund von Einzelmeinungen, sondern aus Verantwortung gegenüber dem Allgemeinwohl handeln sollte. Es wäre selbstmörderisch, wenn dieses Potenzial für Mehreinnahmen nicht genutzt würde. Wilhelm Has (CDU) wies auf die großen touristischen Entwicklungschancen der Nordseebäder hin. Uta Meiners (FDP) erwartet von den geplanten barrierefreien Ferienwohnungen, dass sie Gäste anlocken werden, die bislang nicht nach Butjadingen gekommen sind.

Weil weitere Ferienwohnzungen nicht erforderlich seien und wegen der mehrgeschossigen Gebäude stimmte Hans-Gerd Gerdes (Grüne) gegen das Vorhaben. Unschlüssig zeigte sich Unabhängigen-Fraktionsvorsitzender Lambertus Poll, da er auch bei den Butjadinger Bürgern keine klares Meinungsbild erkennen könne.